CD & DVD-REVIEWS:

MOTÖRHEAD – Under Cöver

Wie ist die neue MOTÖRHEAD-Coverscheibe? Darüber gehen die Meinungen in der Redaktion doch ziemlich auseinander, wie man HIER lesen kann.

QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

EDGUY – Monuments

Die Umsatzkönige EDGUY fräsen sich schon nunmehr seit 25 Jahren mit ihren etwas zu klebrigen Melodien in unser Gehör. Das begehen sie mit einem fetten Packet aus Best-Of, nagelneuen Nummern und einer DVD. Lohnende Anschaffung, findet unserer Rezensent.

EUROPE - Final Countdown 30th Ann. Show

 

Vor drei Dekaden haben EUROPE mit „Final Countdown“ sämtliche Hitparaden geknackt. Das wurde 2016 auch livehaftig gefeiert. Was von dem gerade erschienen Mitschnitt der Feierlichkeiten zu halten ist, steht HIER

 

IM GESPRÄCH: Melissa Etheridge

„Für mich ist das wie ein kompletter Neustart!

Nach überstandener Krebserkrankung ist Melissa Etheridge in den letzten Jahren neu durchgestartet. 2014 hat sich die 54-jährige US-Sängerin ein neues Management gesucht, ihr eigenes Label gegründet und durch die Heirat mit Linda Wallem  gab es auch privat große Veränderungen. Anfang des neuen Jahres wurde das neue  Album „This is M.E.“ veröffentlicht, das im Frühjahr bei einer Tour in Europa auch live vorgestellt wird. Mehr über die Hintergründe zum neuen Album und Ihre diversen anderen Aktivitäten erzählte Melissa Etheridge unserem Kollegen Robert Fischer.

Ist wieder zurück: Melissa Etheridge.
Ist wieder zurück: Melissa Etheridge.

Hallo Melissa, Gratulation zum neuen Album „This Is M.E.“! Wirst du damit auch in Europa touren?

ME: Danke für das Kompliment! Ja, es ist geplant, dass es zwischen März und Mai eine Europa-Tournee geben soll. Sicher auch mit Terminen in Deutschland und Österreich.

Auf deinem neuen Album „This is M.E.“ hast du mit unterschiedlichen Produzenten zusammengearbeitet. Nach welchen Kriterien hast du diese ausgesucht?

Ich hatte eine lange Liste von Personen, mit denen ich gerne zusammenarbeiten wollte. Mit einigen habe ich dann Probeaufnahmen gemacht, und es war ein interessanter Prozess herauszufinden, mit wem ich im Studio am besten auf einer Wellenlänge bin. Mit Jon Levine (u.a. Produzent von Nelly Furtado, Anm.)  habe ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden.  Mit Jerry „Wonder“ Duplessis (der u.a. „The Score“ von The Fugees produziert hat, Anm.) hat die Zusammenarbeit so gut geklappt, dass ich Ihn und seine Studio-Band gleich mit auf Tour mitgenommen habe! Auch mit Jerod Bettis (Adele, One Rebublic) bin ich gut klargekommen! Ich wollte diesmal einfach ein bisschen experimentieren, habe in den Songs neben Rock auch Einflüsse von Soul, R & B, HipHop und sogar Country verarbeitet und durch die unterschiedlichen Ansätze der Produzenten hat das gut geklappt!

Ebenfalls mit an Bord für die neue CD ist Cellistin Neyla Pekarek von der Folk-Band „The Lumineers“. Wie hast du sie kennengelernt?

Wir haben uns bei einer Silvester-Party kennengelernt und es stellte sich heraus, dass Neyla schon länger ein Fan meiner Musik ist. Noch dazu ist sie eine großartige Musikerin und ich wollte sie unbedingt auf meinem neuen Album dabei haben. Glücklicherweise hatte sie dann auch genau an den zwei Tagen in Los Angeles Zeit, als ich dort im Studio war. Neyla hat dann bei den Aufnahmen nicht nur Cello gespielt, sondern beim Song „A Little Hard Hearted“ auch mit gesungen! Sie hat wirklich eine tolle Stimme!

Mein Favorit auf der neuen CD ist die Ballade „Who are we waiting for“. Kannst du ein bisschen was über den Song erzählen?

Ja, den Song habe ich für meine neue Partnerin Linda Wallem geschrieben. Ich setzte mich ans Klavier und schrieb darüber, dass wir viele Jahre gute Freunde waren und als es zwischen uns immer enger wurde, es wie ´Who are you waiting for? I´m right here!` war. Eine Demoversion des Stückes habe ich dann Jon Levine zugesendet. Jon war völlig von den Socken und sagte: „Du solltest mich vorwarnen, wenn du mir so etwas vorspielst (schmunzelt)!“ Ich hatte die Idee, diesen Song dann auch für Linda bei unserer Hochzeit letzten Mai zu singen, und das war dann auch wirklich das erste Mal, dass der Song live aufgeführt wurde. Nicht nur darum ist dieser Song für mich was ganz Besonderes!

Francis Buchholz macht wieder Tiefendruck, hier zusammen mit Wayne Findlay.
Francis Buchholz macht wieder Tiefendruck, hier zusammen mit Wayne Findlay.

Who are we waiting for“ ist ja auch einer der wenigen Songs, den du auf der neuen CD am Klavier spielst. Schreibst du immer noch die meisten Songs auf der Gitarre?

Ja, eigentlich schon. Also „A Little Hard Hearted“ ist eigentlich auch am Klavier entstanden, aber als wir es dann im Studio aufnahmen, habe ich auf dem Stück Gitarre gespielt. Prinzipiell versuche ich auf jedem Album einen Piano-Song unterzubringen, weil das was ganz Spezielles für mich bedeutet. Die Art der Songs, die ich am Klavier komponiere ist anders als bei Liedern auf der Gitarre.

Interessant ist das Cover von „This is M.E.“, das aus hunderten kleinen einzelnen Fotos  zusammengesetzt ist. Wie kam es dazu?

Wir wollten die Fans Teil haben lassen an der Cover-Gestaltung und machen dazu im Internet einen Aufruf. Jeder/jede konnte ein persönliches Foto von sich einsenden, und aus diesen vielen verschiedenen Einzelbildern haben wir dann ein Foto von mir zusammensetzt. Ich finde, damit wird der Album-Titel „This Is M.E.“ nochmal schön untermalt, denn zu meinem Erfolg gehören auch die Fans untrennbar dazu! Ohne sie wäre ich heute nicht, wo ich jetzt bin. Das drückt das Cover sehr schön aus!

Parallel zum neuen Album gab es auch in deinem professionellen Umfeld einige Veränderungen. Du hast dein Management gewechselt und dein eigenes Label gegründet. Warum?

Im Musik-Business hat sich ja in der letzten Zeit vieles geändert. Es hat sich die Art, wie die Leute Musik hören und wo und wie sie Musik kaufen, Stichwort Downloads, stark verändert. Mein neues Management hat mir neue Wege gezeigt, meine Musik zu promoten, wie z.B. mit meinen Fans verstärkt über die verschiedenen „Social Media“-Kanäle in Kontakt zu treten. „This is M.E.“ erscheint jetzt auf meinem eigenen Label und damit habe ich auch erstmals die Möglichkeit, selbst die Rechte an meinen Songs zu besitzen. Wenn du bei einer Plattenfirma unter Vertrag bist, verdienst du nach allen Abzügen an deinen eigenen Alben wenig bis nichts. Jetzt mit dem Label bin ich quasi mein eigener Herr und das hat eben auch finanziell viele Vorteile. Für mich ist das wie ein kompletter Neustart!

Ich habe gehört, dass du auch an einem Box-Set mit unveröffentlichten Songs aus allen Phasen deiner Karriere arbeitest. Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?

An dem Box-Set habe ich vor einiger Zeit gearbeitet, und dabei auch einige wirkliche Perlen an unveröffentlichten Material entdeckt, aber mein neues Management hat mir schnell klargemacht, dass ich damit nicht viel verdienen werde, da ich ja die „Masters“ dieser ganzen Aufnahmen nicht selbst besitze, sondern meine ehemalige Plattenfirma. Ich möchte jetzt zuerst mal die Fans mit neuen Songs begeistern, und habe das Box-Set deshalb vorerst auf Eis gelegt. Diese Aufnahmen von früher werden auf jeden Fall veröffentlicht, aber zu einem späteren Zeitpunkt!

Einige Zeit hast du in den USA auch deine eigene Radio-Show auf dem Sender KNLT betrieben. Bist du da noch aktiv?

Ich habe damit vor ca. einem Jahr aufgehört! Die Radio-Show bzw. der Kontakt mit den Hörern hat mir viel Spaß gemacht, aber nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass die Arbeit daran zu zeitaufwendig ist. Zumal ich ja jetzt wieder regelmäßiger toure und viel unterwegs bin.

Vor 10 Jahren hast du mit deiner Brustkrebs-Erkrankung für Schlagzeilen gesorgt. Wie geht es dir jetzt gesundheitlich?

Danke, derzeit geht´s mir sehr gut! Aber damals hatte ich echt eine harte Zeit. Die Chemo-Therapie hat mir ziemlich zugesetzt. Ich war davon sehr müde, hatte Übelkeit sowie Knochen- und Muskelschmerzen. Außerdem war total empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen. Oft konnte ich nichts anderes tun, als den ganzen Tag im Bett zu bleiben. Was ich daraus gelernt habe, ist dass du für deine Gesundheit immer selbst verantwortlich bist! Um die Krebs-Gefahr zu minimieren, ist es einfach wichtig, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, gesund zu leben und auf seinen Körper zu achten!

Hat sich diese Erkenntnis auch auf deine neuen Songs ausgewirkt?

Auf jeden Fall! Ich war ja schon immer die Art von Künstlerin, deren Songs sehr persönlich sind. Die neuen Songs sind auf jeden Fall wieder sehr rockig, ehrlich und intensiv. Vielleicht gerade weil es mir derzeit so gut geht, und ich glücklich und gesund bin, sind die neuen Songs zum Teil die intensivsten und leidenschaftlichsten, die ich je geschrieben habe!

Melissa Etheridge unterwegs:

15.04.2015 München, Muffathalle

19.04.2015 Frankfurt, Batschkapp

21.04.2015 Hamburg, Große Freiheit 

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