CD & DVD-REVIEWS:

Chris Rea - Road Songs ForLovers

Chris Rea meldet sich trotz herber gesundheitlicher Rückschläge wieder mit einer neuen Scheibe zurück. Auf „Road Songs For Lovers“ geht es wiederum extrem entspannt zur, wie unser Rezensent feststellt.

MOTÖRHEAD – Under Cöver

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QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

IM GESPRÄCH: Richard Taylor von BRITISH LION

Fotos: John McMurtrie
Fotos: John McMurtrie

Es begann mit einer Kassette...

Steve Harris ist bekanntlich Mastermind der Metal-Giganten IRON MAIDEN. Überraschend legte er vor einigen Jahren eine Solo-Scheibe mit der Band BRITISH LION vor. Fast ebenso überraschend ist es, dass Harris neben seinem sportlichen Tourplan mit MAIDEN nun auch nochmal mit den LIONS ums Eck kommt. In unseren Breiten gastieren sie am 26.11. im Essener Turock. Markus Renner fragte vorab bei LÖWEN-Fronter Richard Taylor nach den weiteren Plänen der Band.

Richard Taylor (im Bild rechts) und Steve Harris sind mit den BRITISH LION unterwegs.
Richard Taylor (im Bild rechts) und Steve Harris sind mit den BRITISH LION unterwegs.

m/o: Richard, ihr kommt mit einem 4 Jahre alten Album im Gepäck auf Tour. Das ist ja eher ungewöhnlich. Habt ihr denn auch ein paar neue Sachen dabei?

Richard Taylor: Ja, wir bringen natürlich einige neue Stücke mit und werden auch einen Großteil des Albums spielen. Die Fans können beruhigt sein und dürfen sich freuen, ihnen wird nicht langweilig werden.

 

m/o: Die Band wurde bereits im Jahr 1992 gegründet, ist das richtig?

Taylor: Ja, sogar noch in bisschen früher. Ich selbst und Grahame Leslie, einer der Gitarristen, wir sind die Original-Mitglieder, wir haben die Band gegründet und Steve wurde zunächst unser Manager.

 

m/o: Es dauert aber alles sehr lange bei euch, warum ist das so? Liegt das an den vielen Verpflichtungen und Terminen, die Steve hat oder warum ist das so?

Taylor: Du meinst rückblickend von 1992 bis heute? Nun ja, wir waren eine brandneue Band und wir waren sehr jung und naiv. Es lief für uns einfach nicht rund, wir haben die Initialzündung einfach nicht hinbekommen. Vielleicht wären die Dinge anders gelaufen, wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß. Es passierte nichts richtig, aber Steve und ich wurden wirklich gute Freunde und es waren einige großartige Songs in unseren Köpfen in dieser Zeit. Und er fing an mit mir zu arbeiten und zu schreiben. Und das haben wir ein ein paar Jahre zusammen gemacht, ohne zu wissen, was dabei dann mal rauskommen sollte. Und 2012 hat er dann gesagt, wir haben da richtig gutes Zeug und das war der Zeitpunkt wo wir dann eigentlich richtig gestartet sind. Der Name BRITISH LION war schon 1992 seine Idee, als er uns gemanagt, weil wir zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatten. Wir haben diesen Namen übernommen, ihn weitergetragen um damit nun weiter zu machen.

 

m/o: Aber wie kam es denn genau zum Kontakt und zur Zusammenarbeit mit Steve?

 

Taylor: Nun, das ist mittlerweile über 25 Jahre her. Ich habe mit Grahame Songs geschrieben und wir haben einige Demos gemacht und Grahame kannte einen, der Steve kannte (lacht) und der hat Steve eine Kassette von uns gegeben. Daran siehst Du auch, wie lange das her ist. Steve wurde überschüttet mit Musik unbekannter Bands, aber er mochte das, was er von uns zu hören bekam sehr. Er hat uns angerufen und wir haben uns mit ihm getroffen und das war der Beginn unserer Freundschaft. Er wurde unser Mentor und Manager. Als fing vor über 25 Jahren mit einer Kassette an.

 

m/o: Spielt es eine Rolle, dass Steve Harris Steve Harris ist? Ist es Fluch oder Segen. Oder nur eins von beiden, oder nichts von alledem?

Taylor: In erster Linie ist es großartig! Es ist wunderbar mit Steve in einer Band zu spielen. Er ist ein so unglaublich guter Musiker und auch ein toller Mensch. Wir stehen uns wirklich nahe, wir sind echte Freunde. Aber auch musikalisch passen wir gut zusammen. Wir sind eine echte und neue Band. Wir haben das erste erste Album raus gebracht mit Songs, die schon lange geschrieben waren. Wir arbeiten am zweiten Album und die Songs sind schon geschrieben und werden zeigen, wo wir nun stehen und wer wir heute sind.

 

m/o: Wann wird dieses Album denn erscheinen?

Taylor: Aufnehmen wollen wir im nächsten Jahr. Aber wir veröffentlichen Anfang nächsten Jahres auch ein Live-Album.

 

m/o: Also können die Fans, die jetzt eure Konzerte auf der Europatour besuche ein Teil des nächsten Albums sein.

Taylor: Ja, auf jeden Fall. Wir wollen alle Shows aufzeichnen, auch unsere 4 Shows in Deutschland. Wenn wir dann wieder zu Hause sind, werden wir das Beste heraussuchen und zusammenstellen.

 

m/o: Kommen wir noch mal auf Steve Harris und die Frage, ob es auch nachteilig sein kann, dass er dabei ist zurück. Er hat nicht viel Zeit, das ist nicht so gut für BRITISH LION, oder?

Taylor: Naja, es ist halt, wie es ist. Ich habe 25 Jahre gewartet, von dem Punkt an, als wir uns das erste Mal getroffen haben und all die Jahre, in denen es mit dem Start nicht geklappt hat. Ich und auch die anderen Jungs haben so lange gekämpft, wir haben an Bushaltestellen gespielt, wir haben Cover-Konzerte gespielt, zwischendurch hatten wir auch mal schöne Locations, aber meistens war es hart und wir mussten um unser Überleben als Musiker kämpfen. Aber ich wusste immer, dass es irgendwann klappen wird und dann trafen wir halt Steve. Ja, es ist schwierig, er ist ein viel beschäftigter Mann und wir müssen das akzeptieren. Aber letztendlich ist es einfach absolut wunderbar, mit ihm zu arbeiten. Und was wichtig ist: Er ist wirklich mit ganzem Herzen bei BRITISH LION dabei. Wenn er bei uns ist, dann ist er wirklich da, zu 100%, dann gibt er alles, was er hat. Er jammt dann nicht nur ein bisschen rum, sondern er arbeitet dann genauso hart, wie er es bei IRON MAIDEN macht. Wer zum Konzert kommt, wird sehen, wie hart er auf der Bühne arbeitet. Und das treibt uns dann auch als Musiker an. Und ja, es ist schwierig, wie die Dinge manchmal laufen müssen, aber wenn Steve gerade nicht bei uns ist, dann finden wir auch Wege, die Arbeit im Hintergrund von BRITISH LION voranzutreiben. Wenn Steve dann wieder bei uns ist, dann setzen wir alles zusammen.

 

m/o: Was macht ihr, wenn Steve nicht bei Euch ist und ihr nicht auf Tour seid. Seid ihr professionelle Musiker, lebt ihr davon oder habt ihr noch „normale“ Jobs?

Taylor: Nun, wir müssen schauen, wie wir über die Runden kommen. Klar sind wir professionelle Musiker, aber der ein oder andere von uns muss natürlich auch schon mal was anderes machen. Wir müssen einfach. Wir leben größtenteils von Musik, aber wir müssen auch mitnehmen, was wir sonst noch kriegen können. Jeder Musiker weiß das. Wenn Du Erfolg hast, ist es großartig. Aber die Mehrzahl muss zusehen, wie sie überleben. Da musst Du alles mögliche machen, in Cover-Bands spielen, Musik schreiben, alles Mögliche an Arbeiten machen.

 

m/o: Die Kritiken des Albums waren in Deutschland teilweise wirklich schlecht, weil es so vollkommen anders als das ist, was Steve mit MAIDEN macht.

Taylor: Ja, das ist wahr und IRON MAIDEN Fans gehören zu den loyalsten Fans auf der Welt und BRITISH LION ist halt wirklich etwas ganz Anderes. Ich würde mir wünschen, dass gerade viele von den Fans, die es kritisch sehen oder gar nicht mögen, sich das mal live anschauen. Das Album ist, was es ist, live machen wir aber richtig Druck und es lohnt sich zu kommen! Ja, es ist deutlich anders als IRON MAIDEN, aber es ist wie wir sind. Und wir sind gute Musiker und eine gute Band und auf der Bühne machen wir eine gute Show.

Steve Harris mit den BRITISH LION unterwegs:

14.11. COLOS–SAAL, ASCHAFFENBURG

15.11. TECHNIKUM, München

25.11. HELLRAISER, LEIPZIG

26.11. TUROCK, ESSEN

27.11. MARKTHALLE, HAMBURG