CD & DVD-REVIEWS:

Chris Rea - Road Songs ForLovers

Chris Rea meldet sich trotz herber gesundheitlicher Rückschläge wieder mit einer neuen Scheibe zurück. Auf „Road Songs For Lovers“ geht es wiederum extrem entspannt zur, wie unser Rezensent feststellt.

MOTÖRHEAD – Under Cöver

Wie ist die neue MOTÖRHEAD-Coverscheibe? Darüber gehen die Meinungen in der Redaktion doch ziemlich auseinander, wie man HIER lesen kann.

QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

Dean Fairhurst (Gesang und Gitarre), Louis Menguy an der Solo-Gitarre, Bassist Ben Breslin und Schlagzeuger Peter Fleming setzen auf Retro-Sound aus den 60ern. Fotos: Niels Holger Schmidt

IM GESPRÄCH: SLYDIGS

Frühstück mit dem biblischen Pete

Die englischen Retrorocker SLYDIGS haben das große Los gezogen: Das Quartett aus dem Nordwesten Englands eröffnet für die Rock-Ikonen THE WHO auf ihrer aktuellen Tour und kann dort dem Auditorium ihren eigenen Tonträger „Down With The Mockery“ näher bringen. Auf dem ist nachzuhören: SLYDIGS sind tief verwurzelt in der musikalischen Geschichte ihrer Heimat. In ihrem Sound hört man Vorbilder wie die STONES, BEATLES oder OASIS ebenso deutlich heraus, wie eben auch THE WHO. Letztere auch, weil es bei SLYDIGS deutlich mehr rockt als bei den Vorgenannten. Vor dem Auftritt mit Pete Townsend & Co in Oberhausen standen Bassist Ben Breslin und Schlagzeuger Peter Fleming unserem Mitarbeiter André Urban Frage und Antwort.

Bassist Ben Breslin
Bassist Ben Breslin

Musical Oberserver: Herzlich Willkommen in Deutschland! Ich hoffe ihr genießt es hier und habt eine gute Zeit?
Peter Fleming: Danke. Alles super und nett.

m/o: Wann habt ihr als Band zusammen angefangen?
Ben Breslin: In dieser Besetzung? Vor sechs Jahren. Ich bin als letzter dazu gestoßen. Ich habe vorher andere musikalische Sachen gemacht. Peter kam zwei Jahre vor mir. Die Band an sich besteht aber schon etwa zehn Jahre. Wir kennen uns alle seit Schulzeiten.

m/o: Es ist eigentlich unsinnig, nach euren musikalischen Einflüssen zu fragen. Sie sind unüberhörbar, ohne dass ihr 1:1 kopiert. Ich frage trotzdem. Welche Bands oder Musiker haben euch inspiriert?
Ben: ROLLING STONES!
Peter: Ja, der 60er-Jahre-Rock n` Roll: BEATLES, WHO, STONES! Ganz verschiedene Stile! Ben mag zum Beispiel vieles aus der Folk-Music-Ära. Blues natürlich auch!
Ben: Ja! Man kann eigentlich nicht sagen, dass es eine bestimmte Band ist, die uns direkt beeinflusst. Musik ist auch nur ein Einfluss von vielen. Es geht immer um gute Songs. Wir lieben alle gute Songs.

Schlagzeuger Peter Fleming
Schlagzeuger Peter Fleming

m/o: Es ist also ein organisches Ding bei euch? Die Einflüsse sind die Wurzeln, an denen ihr wachst und euch entwickelt?
Ben: Exakt! Wir sind ganz in der Musik und versuchen nicht wie irgendwer zu klingen. Wir denken nicht darüber nach, sondern bleiben immer wir. Ganz natürlich.

m/o: Als ich gestern zum ersten Mal eure EP „Down With The Mockery“ hörte, konnte ich nicht genau festmachen, welche Bands euch beeinflusst haben. In einem Moment hört man die STONES, dann die BEATLES oder OASIS. Was ist eure Inspiration als Rhythmusgruppe?
Peter: Für mich persönlich war ein Schlüsselmoment, als ich John Bonham „Moby Dick“ spielen gehört habe. Vor allem in der Live-Version aus der Royal Albert Hall. Da wusste ich: Ich will Drummer werden. Und natürlich Keith Moon!
Ben: Bei mir waren es nicht nur musikalische Gründe. Ich war ja Singer/Songwriter bevor ich gefragt wurde, ob ich professionell bei SLYDIGS einsteigen möchte. Das waren Jungs mit professioneller Einstellung und bei mir war es genauso. Wir passten also gut zusammen und wollten in die gleiche Richtung.

 

Louis Menguy (Gitarre)
Louis Menguy (Gitarre)

m/o: Peter, eurer Promotext stellt dich als Percussionist, nicht als Schlagzeuger vor. Was macht für dich den Unterschied zwischen Drums und Percussion?
Peter: Das bezieht vorwiegend auf einen Song in der Show, bei dem ich keine Drums spiele, sondern Percussioninstrumente, wie Tambourin und Background singe. Gitarre spiele ich auch.

m/o: Eure EP hat mich klanglich sehr beeindruckt. Jedes Instrument ist so klar definiert zu hören. Bei vielen anderen Produktionen, etwa bei OASIS, ist das viel verschwommener. Man kann manchmal nicht genau hören, was einige Instrumente spielen.
Peter: Ja, vor allem bei den früheren Alben, war das Schlagzeug da sehr leise gemixt.
Ben: Da fehlt es an Dynamik und dann verlieren sich Sounds im Mix. Mir gefallen da eher die härteren Sounds bei denen.

m/o: Das hört man auch bei euren Aufnahmen. Ein Mix an Einflüssen. Klingt teilweise auch mal nach THUNDER oder GUNS 'N ROSES?
Peter: Gehört haben wir das natürlich. Aber ich denke das ist subjektiv. Jeder hört das heraus, was er selber gut kennt. Ist wie die Meinung darüber, ob man Songs mag oder nicht. Da entscheidet jeder für sich.
Ben: Das ist unser Talent!

m/o: Ihr habt ein Privileg, dass nicht viele Newcomer Bands haben: Ihr dürft für THE WHO eröffnen. Was ist das für ein Gefühl mit einer Iko wie Pete Townsend unterwegs zu sein?
Peter: Ein Traum wird wahr! Pete ist großartig! Egal wo man ihn trifft, nach der Show oder beim Frühstück, es ist großartig mit ihm zu reden.
Ben: Du weißt, alles ist in Ordnung, wenn Pete in den Raum kommt. Es ist biblisch! Er ist der einzig Wahre.

Wer sind  SLYDIGS?

Die Geschichte der Band aus dem britischen Warrington ist keine der üblichen, nach dem Motto: Einsame Musiker lernen sich über das Internet kennen und eine Woche später stehen vier Unbekannte nebeneinander in einem Proberaum. Dean Fairhurst (Gesang und Gitarre) und Louis Menguy (Gitarre) kennen sich schon seit der gemeinsamen Schulzeit in Newton, einem Vorort von Warrington, einer 200.000-Einwohner-Stadt zwischen Liverpool und Manchester.

Stilistisch reicht die Bandbreite der Band von den ROLLING STONES bis zu THE CLASH, textlich lässt sich Hauptsongwriter Dean Fairhurst von einer breiten Auswahl Prosa zwischen Berthold Brecht bis Hunter S. Thompson inspirieren. Mischt man also zu klassischen Rockstrukturen und handgemachter Rock-Poesie noch eine gehörige Portion der Spielfreude der frühen KINKS, hat man ungefähr eine Vorstellung davon, wie einer der aufregendsten neuen UK-Bands klingt, die jetzt erstmalig Headline-Shows in Deutschland spielen wird.  

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