CD & DVD-REVIEWS:

Chris Rea - Road Songs ForLovers

Chris Rea meldet sich trotz herber gesundheitlicher Rückschläge wieder mit einer neuen Scheibe zurück. Auf „Road Songs For Lovers“ geht es wiederum extrem entspannt zur, wie unser Rezensent feststellt.

MOTÖRHEAD – Under Cöver

Wie ist die neue MOTÖRHEAD-Coverscheibe? Darüber gehen die Meinungen in der Redaktion doch ziemlich auseinander, wie man HIER lesen kann.

QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

IM GESPRÄCH: Bodo Schopf

Statt Gitte doch lieber (Strom)Gitarre

 

Drei erfahrene Musiker und ein Neuling bilden PENDULUM OF FORTUNE. Mit dem Kopf der Band, dem ehemalige ELOY-Drummer Bodo Schopf sprach unser Kollege Markus Renner über die neue Band.

 

m/o: Bevor wir über PENDULUM OF FORTUNE reden, lass uns doch erst mal ein wenig über Dich quatschen. Der geneigte Rockfan an sich kennt Dich natürlich, aber weiß vielleicht doch nicht alles. Du bist ja Multi-Instrumentalist. Warum ist letztlich das Schlagzeug Dein Hauptinstrument geworden, mit dem Du dann professionell arbeiten wolltest?

Bodo Schopf: Naja, eigentlich war das ein witziger Zufall. Ich habe damals in meinem Zimmer ein wunderbares Keyboard, eine Farfisa-Orgel und eine Gitarre gehabt. Eigentlich wollte ich dann auch Keyboarder, Gitarrist und Sänger in der Band sein, die ich damals hatte. Derjenige, der Schlagzeuger sein sollte, hatte kein Geld, um sich ein Schlagzeug zu kaufen und hatte auch noch nie Schlagzeug gespielt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt, als Jugendlicher, fast schon eher als Kind, auf einigen Hochzeiten und so was gespielt und hab3e damit ein bisschen Geld verdient. Das habe ich dann genommen und habe einfach ein Schlagzeug gekauft. Es war ein gebrauchtes und der Typ, dem ich es abgekauft habe, kam dann vorbei und hat mir ein bisschen was dazu erklärt und ich habe dann zu meinem Freund gesagt, dass er jetzt schnell Gitarre und Keyboard lernen muss, weil ich Schlagzeuger werde.

 

 

m/o: Mal eben so. Du bist mit einer Menge Talent gesegnet

 

Schopf: Naja gut, es war natürlich auch viel, viel Zeit, die ich investiert habe, man muss halt wirklich üben. Ich habe sechs, sieben oder acht Stunden am Tag geübt. Gnadenlos, weil ich aber auch wirklich Spaß hatte.

 

 

m/o: Du hast mit vielen Leuten zusammen gearbeitet: ELOY, Michael Schenker, THE SWEET, große Rock-Namen. Du hast aber auch mit ganz anderen gearbeitet, wie Gitte Haenning oder Hartmut Engler. Wie passt das mit dem Rockmusiker zusammen?

Schopf: Ich wurde halt gebucht. Ich wurde von Gitte gefragt, ob ich mit ihr die Tour mache. Ich hatte schon mal in den 80ern, als ich in München gewohnt habe und als Studiomusiker tätig war, auf einem Album von Gitte gespielt. Für die Tour, die bei ihr anstand hat sie mich gefragt, ob ich Lust habe, ich hatte Zeit, kannte einige Musiker aus der Band und hab dann halt gesagt, warum nicht? Das hat gut funktioniert. Dadurch, dass ich als Studiomusiker tätig war, war ich auch in verschiedenen Stilrichtungen versiert und konnte mehr, als nur Rock. Und Hartmut Engler kenne ich schon seit Jahren, noch aus OPUS-Zeiten. Hartmut hat früher in einer Ami-Clubband gesungen, die haben Rock-Covers gespielt. Da habe ich ab und zu ausgeholfen und habe ihn dann gut kennengelernt. Dann ist irgendwann bei PUR der Schlagzeuger ausgefallen. Der hatte ne Blinddarmentzündung und ich habe noch am selben Tag über geübt und dann Abends das 3-Stunden Programm gespielt und habe ihn anderthalb Wochen ersetzt. Hartmut hat mich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, seine Solotour zu spielen.

 

 

m/o: Aber wenn Du in Ruhe zu Hause bist, legst Du Dir eine Rockscheibe auf, oder?

 

Schopf: Klar, bei mir läuft BLACK SABBATH, LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE und GRAND FUNK RAILROAD. Das sind die Bands, die ich am liebsten höre.

 

 

m/o: Dann kommen wir mal zu Deiner aktuellen Band: PENDULUM OF FORTUNE. Ihr habt in meinen Ohren ein Hammer Debüt veröffentlicht. Wie war es für alle Beteiligten und wie ist es überhaupt zu dieser Band und dem Album gekommen?

 

Schopf: Ich komponiere ja sehr viel, schon seit meinem achten Lebensjahr. Ich hab immer geschrieben, geschrieben, geschrieben. Ich hab dann 2012 im Rahmen von verschiedenen Konzerten David Readman kennengelernt. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch im Schwarzwald gewohnt, David in Karlsruhe. Ich hab ihn dann immer abgeholt und bin mit ihm zu unseren Konzerten gefahren und irgendwann hat er mich gefragt, ob ich Musik von mir dabei habe. Ich habe ihm gesagt, dass ich ein paar Instrumentalsachen dabei habe und er hat gesagt, dass er das hören will. Ich hab also die CD eingeschoben und nach zwei Songs hat er den Player gestoppt und ich dachte, es gefällt ihm anscheinend gar nicht. Aber er sagte, dass sich das großartig anhört, es muss unbedingt jemand darauf singen. Dann hab ich gefragt, ja, aber wer? Und er dann so:Ich. Und ich hab gesagt, ok, lass es uns versuchen. Wir haben uns aber beide privat verändert, er ist nach Holland gezogen, ich nach Sardinien, bis dann mein Studio hier eingerichtet gewesen ist, das hat alles gedauert. Irgendwann habe ich David die Tracks geschickt, er hat drauf gesungen und mich hat es vom Stuhl gehauen. Wir haben dann vereinbart, dass er zu mir kommt und wir das aufnehmen. Ursprünglich war es nur ein Projekt. Aber nachdem er das dann eingesungen hat und wir uns das Ergebnis hier angehört haben, da wussten wir, dass wir eine Band draus machen müssen. Wir  haben den Entschluss gefasst und uns auf die Such nach Mitstreitern gemacht, es wurden dann Franky R. und Vladimir. Insgesamt haben wir anderthalb Jahre an dem Album gearbeitet. Ich  musste zwischendurch auch noch immer komponieren, wir hatten nicht genug Songs, aber wir sind nun mit dem Ergebnis happy.

 

 

m/o:Dass Du auf Franky R. gekommen bist, ist nachvollziegbar. Er ist Dir im Lauf Deiner Karriere oft genug begegnet, ihr habt zusammen gearbeitet. Aber wie bist Du auf Vladimir Shevyakov gekommen? Er ist zweifelsohne ein herausragender Gitarrist, aber als russischer Studiomusiker doch eher unbekannt. Wieso ist ausgerechnet er in die Band gekommen?

 

Schopf: Als wir beschlossen haben die Band zu machen, habe ich David gefragt, wen wir denn an der Gitarre nehmen wollen. Natürlich kennen wir beide genug Gitarristen, die wir locker hätten fragen können und die auch sicher ja gesagt hätten. Aber David und ich waren uns einig, dass wir jemanden jungen und frischen haben wollten. Wir wollten nen anderen Touch reinbekommen in diese Band und nicht jemanden, den man schon kennt. Ich habe mich dann drei Monate lang vor den Computer gesetzt und mir Videos von Gitarristen angeschaut. In die engere Wahl kamen für mich ein Gitarrist aus England, einer aus Amerika und einer aus Spanien. Aber irgendwie war bei jedem dann doch irgendwas, was mir nicht gefallen hat. Über den Engländer bin ich dann plötzlich auf ein Video von Vladimir gestoßen und hab mir gedacht, dass der echt klasse ist. Mir gefällt an ihm, dass er eine ausgereifte Technik hat, dass er ein super feeling hat und dass er alles bedienen kann, auch die akustische Gitarre, was mir sehr wichtig ist. Ich hab ihn dann angeschrieben und ihn gefragt, ob er Lust hätte bei uns mitzumachen. Er hat zurück geschrieben und durchaus Interesse bekundet, wollte aber erst die Musik hören. Ich habe ihm dann was rüber geschickt und eine Stunde später kam dann sein endgültiges OK.

 

 

m/o: Mit welchen Gedanken tragt ihr euch jetzt? Wollt ihr PENDULUM OF FORTUNE nun als Projekt mit absehbarem Ende betreiben oder geht ihr davon aus, dass es etwas längerfristiges wird?

 

Schopf: Wir planen eigentlich schon für länger. Wir sind alle gleichberechtigte Bandmitglieder und wollen so bald wie möglich gemeinsam on the road. Wir suchen auch gerade und sind jetzt von einer Agentur aus den U.S.A. angeschrieben worden, die unsere Sachen auf youtube gehört haben und das so gut fanden, dass sie uns nächstes Jahr in die U.S.A. holen wollen. Wir arbeiten aber erst mal an Europa, wir wollen auf jeden Fall raus. Aber ich habe auch schon wieder zwei Songs geschrieben und in-akustik hat Interesse daran bekundet, das Ganze langfristig mit uns aufzubauen. Also Tour und dann auch bald ein zweites Album. Aber wie gesagt, erst mal on the road, auch wenn wir bislang erst mal keine konkreten Termine haben.

 

 

m/o: Was hat es mit dem Namen auf sich? PENDUUM OF FORTUNE, das klingt ein wenig esoterisch. Gibt es einen solchen Hintergrund? Wie seid ihr auf diesen Namen gekommen?

 

Schopf: Das war Zufall.Wir hatten viele Ideen für Namen, David und ich haben uns viel hin und her geschickt. Aber alle Namen, die wir so hatten, waren alle vergeben und geschützt. Und irgendwann, David war hier und saß auf der Terrasse und ich vor dem Computer, da ist mir irgendwie dieses Wort „Pedulum“ entgegen gefallen. Es gab aber in den 80er Jahren eine englische Band, die „Pendulum“ hieß. Ich ab also weiter drüber nachgedacht und irgendwie bin ich dann auf PENDULUM OF FORTUNE gekommen. Ich habe nachgeschaut und der Name war frei. Das habe ich dann David gesagt und er war sofort dafür. Es hat für uns überhaupt nichts mit Esoterik zu tun. Es ist einfach ein Name, mit einer tollen Bedeutung. „Pendel des Glücks.“ Glück sucht doch jeder.

 

 

m/o: Wir haben bei euch nun zwei Deutsche, einen Briten und einen Russen. Funktioniert Europa auf musikalischer Ebene besser, als auf politischer?

 

Schopf: (lacht) Man sagt es sich so. Aber politisch will ich mich lieber nicht äußern. Ich bin einfach mal gespannt, welche Hürden uns so auferlegt werden, wenn wir dann auf Tour gehen. Mal schauen, wie das funktioniert, wenn wir in die U.S.A. wollen, bei dem, was da gerade so im Gange ist. Mal schauen, wie schwer wir es haben werden, die Arbeitserlaubnisse und überhaupt die Einreiseerlaubnisse zu bekommen. Gerade natürlich für Vladimir, er hat sich schon einen internationalen Pass mit Reiseerlaubnis und allem was er braucht besorgt. Wir werden dann sehen, wie es läuft.

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