CD & DVD-REVIEWS:

ACCEPT - Symphonic Terror

Das Zusammenspiel von Metalband und Symphonie Orchester probieren die Teutonen-Metal-Veteranen auf dem aktuellen Live-Silberling „Symphonic Terror". Fast gleichzeitig m,it erscheinen haut Basser Peter Baltes in den Sack,  wie man HIER lesen kann..

Walter Trout - Survivor Blues

Doppeldeutig kommt Walter Trout bei seiner aktuellen Scheibe „Survivor Blues” um die Ecke, ist er doch vor nicht also langer Zeit selbst dem Tod gerade noch von der Schüppe gesprungen. Hier erweckt er aber (fast) vergessene Blues-Perlen zu neuem Leben, wie man HIER lesen kann.

THUNDER - Please Remain Seated

Die britischen Classic-Rocker THUNDER liefern ja regelmäßigen überzeugend erstklassige Hardwurstware ab. Diesmal sind sie allerdings ungewohnt ruhig unterwegs, wie man HIER lesen kann.

AMON AMARTH - The Pursuit Of Vikings

Die schwedischen Metal-Wikinger AMON AMARTH liefern dieser Tage eine Live-Vollbedienung der Extraklasse, wie man HIER nachlesen kann.

Noch immer voll motiviert: Ian Gillan (l.) und Roger Glover. Fotos: Niels Holger Schmidt
Noch immer voll motiviert: Ian Gillan (l.) und Roger Glover. Fotos: Niels Holger Schmidt

IM GESPRÄCH: Ian Gillan (DEEP PURPLE)

"Es ist ein Glück und ein Privileg für mich"

Eigentlich wollten sich die Rock-Ikonen DEEP PURPLE nach ihrer jüngsten, formidablen Scheibe „inFinite“ und der zugehörigen Gastspielreise langsam auf Altenteil schleichen. Die letzte Ehrenrunde könnte sich jedoch noch deutlich länger ziehen, als die Band selbst erwartet hatte, verriet Sänger Ian Gillan Niels Holger Schmidt im im Interview. Der gute Mann hat mit 72 Lenzen auch noch soviel Energie, dass ich sich im Frühjahr 2019 neben seiner Stammcombo noch mit vielen Promi-Kollegen bei der „Rock meets Classic“-Tournee vergnügt. Auf einen neuen Anlauf mit Ex-PURPLE-Gitarrist Ritchie Blackmore hat er dagegen keine Lust.

 

Ian Gillan
Ian Gillan

Musical Observer: Ian, Du hast dieser Tage die vielleicht letzte große Tour mit DEEP PURLE abgeschlossen, die passender Weise „The Long Goodbye Tour“- heißt. Aber schon im kommenden März bist du wieder unterwegs – ohne Deine Stamm-Combo, aber dafür mit Orchester und vielen bekannten Gesichtern aus den 70ern und 80ern auf der „Rock meets Classic“-Tournee. Was treibt Dich nach all den Jahren und in einem Alter, in dem sich die meisten Leute aufs Altenteil zurückziehen, noch immer an?

 

Ian Gillan: Ich bin ein sehr glücklicher Mann, dass ich das machen kann. Als wir als Profimusiker anfingen, haben wir genau davon geträumt. Also warum sollte ich es satthaben? Es ist ein Glück und ein Privileg für mich, das noch immer tun zu können.

 

m/o: Jon Lord hat mir in einem Interview nach seinem Ausstieg bei DEEP PURLE gesagt, dass er wohl dabeigeblieben wäre, wenn es nicht dieses enorme Ausmaß an Tourneebetrieb gegeben hätte. Hattest Du jemals auch dieses Gefühl?

Gillan: Nein. Niemals. Ich fand es immer eine Auszeichnung und eine Freude das machen zu dürfen.

 

 

 

m/o: Ihr hab gerade Eure Südamerika-Tour abgeschlossen. War es das wirklich mit der „Long Goodbye“-Tour und PURPLE als Tour-Band?

 

Gillan: Das ist ein sehr langes Goodbye. Vor zwei Jahren, als wir dieses „Long Goodbye“ angekündigt haben, waren wir alle etwas angeschlagen. Ian Paice hatte einen kleinen Schlaganfall, Roger Probleme mit der Schulter, Steve mit der Hand. Uns wurde bewusst: Es geht nicht ewig weiter und das ist der Beginn des Abschieds. Aber heute, zwei Jahre später, sind alle wohlauf und Feuer und Flamme. Die Band brennt. Deshalb wird das Goodbye wohl deutlich länger, als wir selber angenommen haben.

 

Ian Gillan & Steve Morse
Ian Gillan & Steve Morse

m/o: Aber ich habe Dich vor einigen Jahren schon mal bei einer „Rock meets Classic“-Tour mit offenbar schwer verletztem und geschientem Bein gesehen. Tournee mit Gipsbein klingt nicht nach reiner Freude...

Gillan: Naja, aber ich singe ja nicht mit meinem Bein. Da hatte ich schon Schlimmeres auf Tourneen, wenn man richtig krank ist. Zum Beispiel Atemwegs- infektionen, das ist wirklich hart. Wenn man die ganze Zeit in klimatisierten Flugzeugen unterwegs ist, fängt man sich häufig die Bazillen anderer Leute ein. Das kann man kaum vermeiden. Dann muss man Antibiotika einwerfen und das hilft natürlich auch. Aber die ersten Tage sind dann schon wirklich hart. Aber auf der Bühne merkt man das nicht so, weil man so voll Adrenalin ist. Aber die Reiserei ist dann schon derb.

 

 

m/o: Mit DEEP PURPLE ward ihr auch schon mit Orchester unterwegs, auch als ihr nicht Jon Lords „Concerto“, sondern ein „Greatest Hits“-Programm gespielt habt. Was ist für Dich der Unterschied, die gleichen Songs mit der Kern-Band oder mit Orchester wie bei „Rock meets Classic“ zu spielen?

 

Gillan: Natürlich fühlt sich für mich das Zusammenspiel mit einer Rockband anders an. Es lässt mehr Platz für Improvisationen. Bei einem Orchesterarrangement muss man natürlich viel disziplinierter sein. Aber ein Orchester fügt schon eine zusätzliche Dimension hinzu. Jon Lords „Concerto“ ist natürlich nochmal eine ganz andere Sache, weil es eine große, durchkomponierte Einheit ist. Jon hat das ja klassisch studiert. Aber auch die anderen DEEP PURPLE-Stücke haben – nicht zuletzt wegen des Einflusses von Jon und Ritchie – eine sehr melodische und orchestrale Textur ins sich. Da bietet sich so etwas an.

 

 

m/o: Neben Dir sind viele andere Stars aus den 70ern bei der „Rock meets Classic“-Tour am Start, wie Scott Gorham von THIN LIZZY oder Andy Scott von THE SWEET. Wie darf man sich so eine Tour vorstellen? Etwas wie ein Klassentreffen?

 

Gillan: Klar, die kenne ich schon ewig. Aber andere tolle Musiker auf der Tournee kenne ich noch nicht und freue mich, sie kennen zu lernen. Und Backstage ist bei solchen Tourneen immer toll, eine große Party, auch weil jeder ja nur ein paar Songs singt. Ich singe diesmal zum Beispiel sechs Songs und das Finale. Auch meine erste Tournee damals 1965 mit EPISODE SIX war eine Pakettour, bei der jeder nur ein paar Songs gespielt hat. Das ist auch sehr unterhaltsam fürs Publikum.

 

 

Ritchie Blackmore
Ritchie Blackmore

m/o: Jemand anderes, den Du auch schon ewig kennst, hat zuletzt öfter mal gesagt, dass er gern mal wieder mit DEEP PURLE auftreten würde: Ritchie Blackmore. Wäre das nicht tatsächlich ein guter und versöhnender Abschluss zur schier unendlichen Bandgeschichte von PURPLE? Auch Jon Lord hat ja von einem großen Konzert mit allen noch lebenden DEEP PURPLE-Mitgliedern geträumt.

Gillan: Ich finde das eine lächerliche Idee. Wenn man sich scheiden lässt, kommt doch auch niemand auf die Idee nach 25 Jahren zu seiner Frau zu sagen: „Ich mache dann mal ‘ne Party mit meiner Ex.“ Und die lebenden, atmenden DEEP PURPLE werden nicht Schluss machen, solange wir gut spielen. Was sollte dann eine solche Veranstaltung für einen Sinn machen? Das wäre ein beschämender Zirkus, eine Parodie. Aber ich weiß, dass sich einige Fans so etwas wünschen. Aber sicher nicht alle. Je nachdem, wie sie sehr sie Ritchie mögen. Aber für uns kommt das nicht in Frage. Das ist lächerlich.

 

 

m/o: Ihr habt die Aufnahmen zu Eurem jüngsten Album in einem Film festhalten lassen. Wie war es, bei der Arbeit ständig unter Beobachtung zu stehen? Andere Bands wie etwa die BEATLES oder METALLICA haben mit solchen Projekten ja nicht so gute Erfahrungen gemacht.

 

Gillan: Ehrlich gesagt: Ich mochte die Idee eigentlich nicht sonderlich. Es ist einfach schwer konzentriert zu arbeiten, wenn dir ständig jemand über die Schulter schaut. Allerdings hat man das Filmteam nach ein, zwei Tagen kaum noch wahrgenommen. Sie waren wie unsichtbar. Deshalb war es letztlich schon in Ordnung.

 

 

m/o: Wie gefällt dir das Ergebnis?

 

 

Gillan: Ich habe es ehrlich gesagt nicht mal ganz gesehen, nur ein paar Ausschnitte. Aber im Grunde genommen ist es mir egal.

UNTERWEGS:

27.02. Passau, Dreiländerhalle

01.03. München, Olympiahalle

02.03. Nürnberg, Arena

03.03. Frankfurt, Jahrhunderthalle

06.03. Zürich (CH), Hallenstadion

07.03. Bamberg, Brose Arena

08.03. Regensburg, Donau-Arena

09.03. Ingolstadt, Saturn-Arena

10.03. Berlin, Tempodrom

12.03. Kempten, bigBox

14.03. Neu-Ulm, ratiopharm arena

15.03. Würzburg, S.Oliver-Arena

16.03. Ludwigsburg, MHP Arena

17.03. Bochum, RuhrCongress

MEHR ZUM THEMA:

„Rock meets Classic“ geht 2019 in die zehnte Auflage. Mit dabei sind neben Ian Gillan (DEEP PURPLE) auch, Scott Gorham & Ricky Warwick (THIN LIZZY), Andy Scott & Pete Lincoln (THE SWEET), Kevin Cronin (REO SPEEDWAGON), Mike Reno (LOVERBOY),

sowie Musical-Star Anna Maria Kaufmann. Begleiten wird wie gehabt Mat Sinner mit seiner Band sowie das RMC Symphony Orchestra.

Auf Musikfreunde warten also also Welthits wie „Smoke On The Water“, „I Can´t Fight This Feeling“, „Working For The Weekend“, „Fox On The Run“ oder „The Boys Are Back In Town“.