CD & DVD-REVIEWS:

DANZIG – Black Laden Crown

Das erste DANZIG Album mit ausschließlich neuen Songs seit sieben Jahren serviert und Glenn DANZIG - und macht damit eine historische Bauchlandung, findet unser Rezensent.

DEEP PURPLE – inFinite

Die britischen Rock-Giganten DEEP PURPLE legen mit „inFinite“ Album Nr. 20 vor. Ein ziemlich gelungenes, entspanntes Alterswerk - und vielleicht das letzte, mutmaßt unserer Rezensent HIER:

CHICKENFOOT – Best + Live

Die All-Star-Truppe CHICKEN- FOOT hat ne neue Scheibe, so mehr oder weniger zumindest. Was von dem Best Of und Live-Doppelschlag zu halten ist, steht HIER:

BÜHNENNOTIZEN:

DOUBLE CRUSH SYNDROME live in Düsseldorf

DOUBLE CRUSH SYNDROME haben ein starkes Album abgeliefert. Aber schaffen sie den Live-Test? Das beantwortet unser Rezensent HIER.

IM GESPRÄCH: Gitarrist und Songwriter Luke Morley von THUNDER

Gute zehn Jahren haben sich "Thunder" nicht in Deutschland sehen lassen. Im Mai 2005 kamen sie endlich für drei Konzerte nach Deutschland. Niels Holger Schmidt sprach am 26.5. vor dem Konzert in der Bochumer Zeche mit Gitarrist und Songwriter Luke Morley.

Eure neue Platte heißt “The Magnificent Seventh” (zu Deutsch: „Die glorreiche Siebte”). Habt ihr den Titel gewählt, weil sie die Siebte ist, oder weil sie so großartig ist?

Es ging eher darum, dass es das siebte Album ist. Wir suchten nach etwas, dass das ausdrückt und so kamen wir auf „Die glorreiche Siebte”, mit Bezug auf den Western „Die glorreichen Sieben”. Wir haben das zu „Die glorreiche Siebte” geändert. Dann hatten wir es.

Wenn du eine Tabelle mit all euren Alben machen müsstest. Auf welchem Platz würde die neue CD landen.
Ich weiß es ehrlich gesagt überhaupt nicht. Viele Presseleute sagen, es wäre die beste Platte seit langer Zeit, aber ich weiß es nicht. Ich habe sie geschrieben und produziert. Ich bin einfach glücklich, dass sie einige Leute mögen.

Die erste Single von eurem neuen Album heißt “I Love You More Than Rock 'n' Roll”: Wen liebst du mehr als den Rock 'n' Roll?
Nichts und niemanden. Das ist nur ein Scherz.

Als „Thunder“ Ende der achtziger Jahre anfingen, gab es eine ganze Reihe von anderen jungen britischen Bands. Etwa die „Little Angels“ oder „Wolfsbane“. Sie alle gibt es nicht mehr. „Thunder“ sind die letzten Überlebenden dieser neuen britischen Rock-Welle. Warum habt nur ihr es geschafft?
Ich denke das liegt wohl daran, dass wir immer eine sehr sehr gute Liveband waren. In der Phase Ende der Neunziger, als die anderen Bands, die du genannt hast sich auflösten, haben wir immer noch viele Konzertkarten besonders im Vereinigten Königreich und in Japan verkauft. Das ermöglichte es uns weiterzumachen, auch als Rockmusik ziemlich außer Mode war. Nun ist Rockmusik wieder schwer in Mode. Aber es liegt sicher auch daran, dass jeder in der Band das mochte, was wir machen und jeder in der Band Spaß hatte. Wir sind gute Freunde. Ich denke wir machen auch sehr gute Musik. Das ist wohl der Grund.

Aber auch ihr habt euch vor ein paar Jahren getrennt, dann aber wiedervereinigt. Wie kam das?
Wir brauchten eine Pause. Wenn man eine Sache über zwölf Jahre macht, vergisst man manchmal auch anderen Dingen im Leben Aufmerksamkeit zu widmen. In der Zeit von der Gründung der Band bis zur Auflösung sind wir erwachsen geworden. Einige von den Jungs heirateten und bekamen Kinder. Auch ich als Songwriter musste einfach erstmal aufhören „Thunder“-Songs zu schreiben, um meinen Enthusiasmus zurück zu bekommen.

Eure letzte Deutschlandtour ist schon zehn Jahre her. Warum mussten eure deutschen Fans so lange warten?
Das liegt nicht nur an uns, das kannst du mir glauben. Wir haben nur einige Festivals in der Zwischenzeit hier gespielt. Aber es ist tatsächliche eine geschäftliche Frage hierher zu kommen. Es war einfach so, dass wir von Veranstaltern keine besonders guten Angebote bekamen. Es ist viel einfacher im Sommer ein oder zwei Festivals zu spielen, als eine ganze Tour zu machen. Aber inzwischen hat sich die Situation etwas verändert. Wir kommen hoffentlich nach diesen drei Auftritten zurück und machen im kommenden Jahr eine längere Deutschland-Tour. Ich war immer der Meinung, dass wir öfter in Deutschland hätten spielen sollen, als wir es getan haben. Aber es gibt viele Dinge, die zwischen einer Band und dem Publikum stehen. Das Management, der Agent, der Konzerveranstalter. Aber wir haben inzwischen wesentlich mehr Kontrolle über das, was wir tun. Wir werden versuchen im kommenden Jahr noch mal zu kommen.

Neben „Thunder“ hast du mit euren Sänger Danny Bowes inzwischen zwei Platten als “Bowes & Morley” gemacht. Diese klingen ein bisschen wie eine popigere Version von „Thunder“. Warum hast du zwei Bands, die sehr ähnlich klingen?
Da kann ich dir nicht zustimmen. Ich denke, dass das recht weit weg vom „Thunder“-Sound ist. “Bowes & Morley” erlaubt uns wesentlich mehr unseren Einflüssen aus der „Black Music“, also „R&B“-Einflüssen in eigentlichen Sinne, Motown, Otis Redding und so weiter nachzugehen. Wir können auch mit andersartigen Arrangement herumspielen, Bläser und Streicher benutzen. Es ist gesund verschiedene Dinge zu machen. Drei oder vier Songs auf den “Bowes & Morley”-Alben könnten von „Thunder“ benutzt werden, aber die meisten nicht. Ich denke Lieder wie „Something About My Baby“ könnten „Thunder“ nicht spielen, sie sind zu funky. Wir wären natürlich in der Lage sie zu spielen, aber das wäre nicht richtig.

In welchem Projekt ist mehr von deiner Persönlichkeit als Musiker?
Wie gesagt: Es ist gut verschiedene Dinge zu machen. „Thunder“ ist natürlich meine erste Liebe, aber es ist gut etwas anderes zu tun, denn wenn man dann zurückkommt freut man sich umso mehr. Es trainiert auch andere Teile deines Gehirns.

In den neunziger Jahren gab es Gerüchte, David Coverdale habe dir angeboten bei „Whitesnake“ einzusteigen. Stimmt das und wäre es für sich interessant gewesen?
Eigentlich hat er mich gefragt, ob ich eine Tour mit ihm spielen würde. Das konnte ich nicht machen, weil wir einfach zu beschäftigt waren. Mit anderen Musikern zu arbeiten ist natürlich interessant, aber wenn man eine Sache hat, die dir die Butter aufs Brot sichert, was „Thunder“ bei mir tut, muss das Priorität vor allen anderen Sachen haben. Wenn „Thunder“ beschäftigt sind, kann ich keine anderen Sachen machen.

„Thunder“ haben einen sehr klassischen britischen Rock-Sound, bei dem “The Who”, “Bad Co" und "Led Zeppelin" durchklingen. Ist das auch die Musik, die du privat hörst?
Ja, das ist die Musik, die ich höre. Danny und ich waren ja zusammen in der Schule. "Led Zeppelin", „The Who" und "Bad Company" und auch "Free" waren große Einflüsse für uns beide. All die britische Rockmusik Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre. Dort liegen die musikalischen Wurzeln von „Thunder“.

Ihr habt eure größten Erfolge in Großbritannien und in Japan. Warum ist euch auf dem europäischen Kontinent nie der große Durchbruch gelungen. Ist das Publikum so unterschiedlich?
Nein, ich denke der Unterschied ist nicht so groß. Das größte Problem ist wohl eher, dass wir am Anfang gerade in England getourt, getourt und getourt haben. Wir hatten nirgendwo in der Welt Unterstützung vom Radio. „Thunder“ wurden dort nie viel gespielt. Also mussten wir zu den Leuten, um für sie zu spielen. Wir haben einfach nicht genug in den anderen europäischen Gebieten gespielt. Das ist sehr ärgerlich, denn wir hatten ganz gute Platzierungen auch in Deutschland, gerade mit dem dritten Album, das sich ohne Live-Promotion einfach so aus der Kiste ordentlich verkaufte. Aber wir konnten keine Tour machen, eigentlich ziemlich verrückt. Man kann es nicht mehr ändern. Das ist vorbei, aber ich denke wir machen noch immer gute Platten. Jetzt haben wir die Kontrolle über unsere eigenen Wünsche, Mit der neuen Plattenfirma und dem neuen Management können wir hoffentlich die richtigen Entscheidungen treffen und mehr in den anderen europäischen Ländern spielen.

Euer letztes Live-Video ist schon sieben Jahre alt. Gibt es bald mal wieder eine neue Live-DVD?
EMI veröffentlicht Ende des Monats noch eine DVD mit all unseren Promo-Videos plus den Mitschnitt aus Donnington 1990 und einer Fernsehsendung, die wir 1990 in England aufgenommen haben. Wir schneiden eine Menge Shows als Audiospur mit und wir haben eine Filmaufnahmen gemacht, aber seit längerer Zeit kein volles Konzert. Vielleicht machen wir das in Kürze.