CD & DVD-REVIEWS:

MOTÖRHEAD – Under Cöver

Wie ist die neue MOTÖRHEAD-Coverscheibe? Darüber gehen die Meinungen in der Redaktion doch ziemlich auseinander, wie man HIER lesen kann.

QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

EDGUY – Monuments

Die Umsatzkönige EDGUY fräsen sich schon nunmehr seit 25 Jahren mit ihren etwas zu klebrigen Melodien in unser Gehör. Das begehen sie mit einem fetten Packet aus Best-Of, nagelneuen Nummern und einer DVD. Lohnende Anschaffung, findet unserer Rezensent.

EUROPE - Final Countdown 30th Ann. Show

 

Vor drei Dekaden haben EUROPE mit „Final Countdown“ sämtliche Hitparaden geknackt. Das wurde 2016 auch livehaftig gefeiert. Was von dem gerade erschienen Mitschnitt der Feierlichkeiten zu halten ist, steht HIER

 

IM GESPRÄCH: Willem Verbuyst & VANDERBUYST

Mit einem fulminanten Auftritt beim Rock Hard Festival machten die Niederländer VANDERBUYST jüngst auf sich und ihre beiden bisher erschienenen CDs aufmerksam. Old School Heavy Rock erste Güte waren bzw. sind da zu hören. Wir nutzen die Gelegenheit und plauderten mit Gitarrist Willem Verbuyst (Bild rechts) und seinen Kollegen Jochem Jonkman (Gesang & Bass) sowie Barry van Esbroek (Schlagzeug) über die Erfahrungen der zurückliegenden Gastspielreisen und ihre weiteren Pläne.
 

 

Willem, Eure Platte klingt sehr, als sei es eine Platte aus der New Wave of British Heavy Metal. Ist diese Welle erst mit 20 Jahren Verspätung über die niederländischen Deiche geschwappt?
Früher gab es tatsächlich schon holländische Metal Bands, etwa VORTEX oder PICTURE, beide 1979 gegründet. Insofern gab es sicher keine Verzögerung, mit der Heavy Metal die Niederlande erreicht hat. Es ist wohl eher so, dass es wieder ein starkes Bedürfnis nach dieser Art von Musik gibt. Als wir diese Band aus der Taufe gehoben haben, haben wir nicht so viel Zuspruch erwartet. Und natürlich tummeln sich tatsächlich nicht mehr so viele Bands in diesem Genre.

 

Eure Einflüsse sind offenkundig Bands wie UFO, THIN LIZZY oder IRON MAIDEN. Seid Ihr völlig auf solch klassische Bands orientiert oder gibt ihr auch Kapellen jüngeren Datums?
Der Fokus liegt schon auf dem klassischen Zeug. Wir sind alle große Fans des Songwrtitings des 70er und 80er Hardrock und Heavy Metal. Und es gibt noch immer reichliche gute Musik aus dieser Zeit, die durch uns entdeckt und erkundet werden kann. Das bedeutet, dass wir wenig Zeit darauf verschwenden, wirklich moderne Musik zu hören. Als wir ein paar Festivals gespielt haben, haben wir wirklich Spaß daran gehabt, einigen neuen Bands wie VAILENT THOR oder GRAVEYARD zu begegnen. Aber wirklich modernes Zeug wie SLIPKNOT ist echt nicht unser Ding.

 

Oldschool Metal ist wieder schwer in Mode im Moment. Junge Bands wie BULLET, ENFORCER oder Ihr klingen wie Platten aus den 80ern. Warum ist dieser Sound wieder so im Kommen?
Ich denke, die Leute sind es etwas leid, ständig nur mit diesem Oberkannte-Unterlippe-Superverzerrer-Metal zugedröhnt zu werden. Nach 30 Jahren ist diese klassischer Sound einfach wieder erfrischend. Ein Gitarrensound, der tatsächlich aus dem Verstärker kommt und nicht noch zig Pedale dazwischen hat, die das Signal durch den Wolf drehen, ist einfach ein sehr ehrlicher Klang. Das erfordert aber ein sehr akkurates Spiel, denn dieser Sound verzeiht nichts und man hört jeden Fehler. Und es gibt natürlich einen Unterschied beim Songwriting. Die klassischen Songs sind immer vor allem echte Songs. Man versteht einfach, wann der Refrain kommen muss, die Leute sollen ja auch mitsingen. Viele Leute wollen einfach keine Rechenübungen in ihrer Freizeit absolvieren, um der Struktur eines Songs zu folgen. Sie wollen einfach nur ein Bier trinken und feiern. Und genau das wollen auch wir machen.

 

In Deutschland kennt man aus den Niederlanden ein paar Symphonic Rock Bands wie WITHIN TEMPTATION oder EPICA und ein paar Death Metal-Bands wie GOREFEST oder PESTILENCE. Die Niederlande sind nicht gerade als Hochburg des traditionellen Heavy Rocks bekannt, wie etwa Schweden. Ist es eher ein Vor- oder Nachteil, nicht aus einer Hochburg dieser Art von Musik zu kommen?
In den Niederlanden sind wir tatsächlich die einzigen unserer Art, deshalb können wir da keine ausgetretenen Pfade beschreiten. Deshalb mussten wir gerade am Anfang den Arsch aufreißen, um unsere Musik an den Mann zu bringen und die Leute in der holländischen Musikindustrie zu überzeugen. Ihr Fokus lag tatsächlich nicht auf dieser Art von Musik. Trotzdem ist das Lustige daran, dass VANDERBUYST im Moment tatsächlich im normalen niederländischen Radio gespielt werden und dass unsere Platte sogar in die Charts eingezogen ist. Wie auch immer. Unser Blick geht ins Ausland. Und da interessiert es niemanden, ob Du aus Schweden oder Holland kommst, solange Deine Musik ehrlich und gut ist.
Dennoch: Wie stark ist die Heavy Rock-Szene in den Niederlanden?
Sicher nicht die Stärkste in Europa, aber es kann eben nur ein Deutschland geben. Natürlich gibt es da einige gute Heavy Rock Bands, aber ich hoffe, dass das noch mehr wird. Außerdem gibt es noch einen coolen Klub, der "Heavy Metal Maniacs" heißt. Und auch "Spandex Marco" ist ein engagierter Verteidiger des Old School Heavy Metal. Also: Es gibt auf jeden Fall eine Szene in Holland.

 

Ihr seid jüngst mit SAXON getourt, habt für Michael Schenker eröffnet und verschiedenen Festivals wie das Rock Hard gespielt. Was sind die stärksten Eindrücke von diesen Gastspielen der letzten Monate?
Das Rock Hard Festival war schon ein echter Knaller. Wir haben am Sonntag eröffnet und haben dann gehört, dass es noch nie so voll bei einem Eröffnungsauftritt war, seit es das Festival gibt. Es war wirklich geil zu sehen, wie sich alle diese Leute an der Absperrung drängten und auch auf den Rängen eine Party mit uns am Sonntagmorgen gefeiert haben. Und natürlich die SAXON-Tour... Das war eine ziemliche Erfahrung. Es war eine echte Ehre für uns. Diese Jungs gehören zu unseren Helden. Und dann sprichst Du fünf Wochen lang jeden Tag mit ihnen. Sie sind wirklich nette Kerle und auch ihre Crew. Wir haben viele Freunde gewonnen und auch viel gelernt. Für uns als Band war die Tour perfekt. Wir konnten jeden Abend vor der richtigen Art von Publikum überall in Europa spielen. So konnten wir unseren Namen bekannt machen und ich glaube, wir haben einen guten Job abgeliefert.
 

 

Willem, ihr seid nach THE DEVILS BLOOD die zweite Band mit Potenzial, die sich aus der Asche von POWERVICE erhebt. Bist Du manchmal etwas traurig, dass Ihr es nicht geschafft habt, das ganze Potenzial von POWEVICE in einer Band zusammenzuhalten?
Sicher POWERVICE waren etwas Besonderes. Alle Mitglieder waren hoch talentiert. Allerdings glaube ich, dass das bei THE DEVIL’S BLOOD oder VANDERBUYST nicht anders ist. Ich trauere dem Split nicht mehr nach. Es gab einmal eine großartige Band, jetzt gibt es zwei. Und wir sind noch immer gut befreundet. Ich kann daran nichts Falsches erkennen.

 

Ihr habt inzwischen bereits zwei EPs veröffentlicht. Wann gibt es ein komplettes Album.
2008 haben wir unsere erste 3 Track Demo/EP veröffentlicht. Das, was Du unsere zweite EP nennst, ist 2010 bei von Van Records veröffentlicht worden. Und wir sehen das als unsere erste komplette Platte. Es gibt eh schon zu viele Alben mit 14 Liedern, auf denen eigentlich nur zwei wirklich interessante Nummern sind, zu lange und langweilige Intros, Intermezzi, die Du jedes Mal wegdrücken willst. Wir glauben daran, Alben mit 40 Minuten Spielzeit und ausschließlich Killer-Nummern rauszubringen, die Du sofort noch mal auflegen willst, wenn sie durch ist. Wir hatten noch mehr Material, aber nicht gut genug, als dass die Songs es auf das Album geschafft hätten. Der andere Vorteil von Alben mit 40 Minuten Spielzeit ist, dass die Vinyl-Version in besserer Qualität gepresst werden kann. Aber tatsächlich sind wir gerade im Studio um unser zweites Album zu aufzunehmen. Es wird Anfang November natürlich wieder bei Ván Records erscheinen.
 

 

Wenn Ihr fünf Jahre in die Zukunft schaut, wie geht es VANDERBUYST 2016?
Wir werden noch immer stärker werden, sind schon um die Welt gereist und haben noch fünf Platten aufgenommen. Aber wir schauen nicht zu weit in die Zukunft und leben jeden Tag.