CD & DVD-REVIEWS:

MICHAEL SCHENKER FEST – Resurrection

Michael Schenker kommt auf seiner neuen Scheibe "

Resurrection" mit einem ganzen Stall prominenter ex-Mitstreiter um Eck und schafft es dabei auch noch eine gute Platte abzuliefern. Spannend, findet unser Rezensent.

Konstantin Wecker  - Poesie & Widerstand live

Konstantin Wecker ist inzwischen über 70, hat aber noch reichlich Leidenschaft und Druck auf dem Kessel. Das zeigt seine Jubiläums-Live-DVD „Poesie und Widerstand – live“

POP EVIL - Pop Evil

Das US-Quintett POP EVIL serviert auf der selbstbetitelten Scheibe US-Hardrock der aktuellen Machart mit Einschlag aus härteren Metallgefilden und gekonnten Hooks - aber leider ohne eine Spur von Dreck unter den Fingernägeln.

Beth Hart & Joe Bonamassa - Black Coffee

Beth Hart & Joe Bonamassa legen mit neuen gemeinsamen Album "Black Coffee"ne ziemlich Hammerscheibe vor, findet unser Rezensent.

CD-REVIEW:

MOTÖRHEAD – Under Cöver

+/PLUS

Eine neue Scheibe von MOTÖRHEAD, das war immer der Garant für altbekanntes und trotzdem nie langweiliges. In ihrer 40-jährigen Bandgeschichte haben MOTÖRHEAD sagenhafte 22 Alben raus gehauen und auch, wenn das eine mal besser, das andere mal schlechter war, es war nie eines dabei, das man völlig in die Tonne hauen musste. Um den Mythos um diese großartige Band und vor allem um Mastermind Lemmy Kilmister nicht zu beschädigen, haben Drummer MIKKEY DEE und Gitarrist PHIL CAMPBELL, umgehend nach Lemmys Tod im Dezember 2015 verkündet, dass MOTÖRHEAD Geschichte ist und die Band nicht mehr existiert. Dennoch erscheint nun ein neues Album – und zwar ein saugeiles. Möglich ist das, weil „Under Cöver“ ein, der Name lässt es erahnen, reines Coveralbum ist.

Aufgenommen wurden die Songs in den Jahren 1992 – 2015 und sie wurden alle im Laufe der Zeit veröffentlicht. Der einzige „neue“ Song ist „Heroes“ von David Bowie. Und ehrlicherweise muss man sagen, dass es der schwächste Song der Scheibe ist. Es mag daran liegen, dass er 2015 mit einem deutlich geschwächten Lemmy eingespielt wurde, vielleicht auch daran, dass es der falsche Song für MOTÖRHEAD ist, auf jeden Fall wirkt er einfach nur runter gespielt und mehr nicht. Doch der Rest der im Original schon guten Songs, profitiert von der Interpretation des Trios.

Gecovert wird jeweils ein Song von den RAMONES, JUDAS PRIEST, THE SEX PISTOLS, TED NUGENT, OZZY OSBOURNE, RAINBOW, TWISTED SISTER und METALLICA. Die ROLLING STONES sind zwei mal vertreten, zum einen mit „Jumpin´ Jack Flash“ und dem absolut genialen „Sympathy For The Devil“, der besten nachgespielten Version dieses viel gecoverten Songs übehaupt. Es ist ein sehr gutes Album, mit tollen Cover Versionen, das jeder Rockfan in seiner Sammlung haben sollte. Jeder MOTÖRHEAD-Fan ohnehin. -Markus Renner

-/MINUS

Kollege Renner hat natürlich Recht. Jeder MOTÖRHEAD-Fan braucht diese Scheibe. Und wirklich schlechte Nummern sind auch nicht drauf. Allerdings: Die einzige unveröffentlichte Nummer ist David Bowies „Heroes“, das eher etwas uninspiriert daher plätschert. Aber natürlich freut man sich, dass es doch nochmal "Nachschub" von Lemmy gibt. Aber ein tolles Album? Eher eine vergebene Chance. Denn: MOTÖRHEAD und Lemmy haben in ihrer langen Laufbahn allerlei wirklich interessante Cover aufgenommen. Sei es die coole ZZ TOP-Nummer „Beer Drinkers and Hellraisers“ oder den YARDBIRDS-Gassenhauer „Train Kept a Rollin'" in Frühphase. Aber auch solistisch gibt es verschiedene Schmankerl, die man nicht auf der CD findet. So etwa die Country-Schnulze „Stand By Your Man“ mit Wendy O’Williams von 1982 oder die rumpelnde „Blue Suede Shoes“-Fassung, die er als "Lemmy & The Upsetters“ rausgeschossen hat. Auch die wirklich interessanten Orchester-Interpretation von „Eve Of Destruction“ sucht man vergeblich. Und ein richtiger Knaller wäre den Machern gelungen, wenn sie etwa die umwerfende Darbietung von Chuck Berrys „Let it Rock“ aus der Lettermann-Show an Land gezogen hätten, oder auch die Interpretation von Ben E. Kings Klassiker „Stand By Me“. Aber das alles findet man eben nicht auf der vorliegenden Veröffentlichung. Deshalb kann sich die Begeisterung zu Recht in Grenzen halten –nhs    

Das wird gegeben:

1. Breaking The Law (Judas Priest)

2. God Save The Queen (The Sex Pistols)

3. Heroes (David Bowie)

4. Starstruck (Rainbow)

5. Cat Scratch Fever (Ted Nugent)

6. Jumpin´ Jack Flash (Rolling Stones)

7. Sympathy For The devil (Rolling Stones)

8. Hellraiser (Ozzy Osbourne)

9. Rockaway Beach (Ramones)

10.   Shoot ´em Down (Twisted Sister)

11. Whiplash (Metallica)