CD & DVD-REVIEWS:

DANZIG – Black Laden Crown

Das erste DANZIG Album mit ausschließlich neuen Songs seit sieben Jahren serviert und Glenn DANZIG - und macht damit eine historische Bauchlandung, findet unser Rezensent.

DEEP PURPLE – inFinite

Die britischen Rock-Giganten DEEP PURPLE legen mit „inFinite“ Album Nr. 20 vor. Ein ziemlich gelungenes, entspanntes Alterswerk - und vielleicht das letzte, mutmaßt unserer Rezensent HIER:

CHICKENFOOT – Best + Live

Die All-Star-Truppe CHICKEN- FOOT hat ne neue Scheibe, so mehr oder weniger zumindest. Was von dem Best Of und Live-Doppelschlag zu halten ist, steht HIER:

BÜHNENNOTIZEN:

DOUBLE CRUSH SYNDROME live in Düsseldorf

DOUBLE CRUSH SYNDROME haben ein starkes Album abgeliefert. Aber schaffen sie den Live-Test? Das beantwortet unser Rezensent HIER.

Film/DVD-REVIEW:

DEEP PURPLE - From Here To inFinite

Am 7. April kommt das 20. Album „inFinite“ von DEEP PURPLE in die Läden (unser Review dazu  gibt’s HIER). Um ihre Fans zu beglücken haben die fünf älteren Herren beschlossen, einen Film über die Arbeit an dem Album unters Volk zu bringen. „From Here To inFinite“ läuft satte 96 Minuten und nicht eine davon ist langweilig zu nennen. Und auch das sei festgehalten: Dieser Film ist nicht nur etwas für die Fans von DEEP PURPLE. Denn es ist für jeden Musikfan spannend mitzuerleben, wie ein Studioalbum überhaupt entsteht. Es ist ein Erlebnis, miterleben zu dürfen, wie alle fünf in der Probephase die Songs ausprobieren um dann im Studio das Ergebnis einzuspielen. Und zwar zusammen, die Zeiten, in denen sich die Musiker einer Band die Tür in die Hand geben und nacheinander in Einsamkeit ihre Parts einspielen, scheinen vorbei zu sein. Lediglich einzelne Melodien werden ein wenig einzeln nachjustiert. Doch Ian Paice, das letzte verbliebene Gründungsmitglied, betont ausdrücklich, dass er es für sinnvoll hält, einen Song 1-2 Mal einzuspielen und nicht immer wieder was verbessern wollen sollte. Die Kreativität des Schaffensprozesses muss genutzt werden, da sie ursprünglich ist und ohnehin das beste Ergebnis bringt, wie er findet. Man bekommt jedoch auch noch einiges anderes mit: wie familiär die Bandmitglieder miteinander umgehen, wie sie sich gegenseitig foppen, aber auch wie jeder dem anderen zuhört und Beschlüsse demokratisch gefasst werden. Manchmal scheint es fast schon zu idyllisch zu sein, doch man nimmt den gereiften Herren ab, dass sie keine Hahnenkämpfe untereinander mehr brauchen. Sie sind zufrieden mit sich und ihrer Lebensleistung und können das sicher auch sein, zumal sie noch mal einen oben drauf setzen, denn „inFinite“ verspricht ein gutes Alterswerk zu werden. Natürlich bekommt man in einem Film, in dem der Entstehungsprozess eines Albums skizziert wird, auch etwas von der Musik mit. Da kündigt sich großes an, das wir dem Zuschauer klar. Was z. B. Don Airey an den Tasten seiner Orgeln veranstaltet ist grandios und verursacht bei einem der Toningenieure auch einen anerkennenden Ausspruch, der voller Bewunderung daher kommt: „You are a mad man!“ Steve Morse zaubert an seinen sechs Saiten wie eh und je, was der Mann auf seinem Instrument abliefert gehört in die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und dies trotz Handicap, wie der Zuschauer erfährt. Er spielt mit Manschette und benötigt auch mal Voltaren, dennoch liefert er ab, dass manchem Jungspund hören und sehen vergeht. Der immer gut gelaunte Roger Glover scheint  als Tieftöner nicht nur auf der Bühne alles zusammenzuhalten, sondern erscheint auch im Studio als Mittler zwischen allen Mitgliedern der Band, während sich Ian Paice immer vornehm zurückhält und ins Ganze einfügt. Sänger Ian Gillan leidet nicht an der weit verbreiteten Krankheit unter Sängern, er muss nicht dauernd im Mittelpunkt stehen und nimmt bei seinen Lyrics auch mal den Rat der Kollegen oder des Produzenten an. Auch an Gillan ist der Zahn der Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Seine Stimme hat zwar an der ein oder anderen Stelle ein wenig an Kraft verloren, dafür zeigt er an anderen Stellen neue Klangfarben. Und dass er Töne immer noch halten kann, zeigt er auch eindrucksvoll.

 

Es ist ein Film, den man als Musikfan gesehen haben sollte. Allerdings muss es einen kleinen Hinweis geben: Es ist kein Film über die Geschichte von DEEP PURPLE, keine Dokumentation ihres Werdegangs. Zwar wir am Rande auch mal kurz über den Weggang von Ritchie Blackmore gesprochen, es kommt auch mal Joe Satriani kurz zu Wort, der nach Blackmores Ausstieg die Japan- und Europatour gespielt hat, aber das sind wirklich nur kurze Randnotizen. Auch der Ausstieg und Krebstod von John Lord werden angesprochen, aber letztlich geht es um das Entstehen des vermutlich letzten Albums einer der größten Bands der Rockgeschichte. Es ist eine Wertschätzung an die Fans, die gemeinsam mit ihrer Band gealtert sind. Und vielleicht auch eine Lektion an viele junge Musiker, wie eine klangvolle Zusammenarbeit in einer Band aussehen sollte. Der Streifen ist als Bonus zum neuen Album ab 7. April zu haben. -Markus Renner

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