CD & DVD-REVIEWS:

GOV'T MULE - Bring On The Music

 

Gov’t Mule sind vor allem eine Live-Band. Und so ist es durchaus logisch, dass sie

das 25. Bandjubiläum mit einem neuen Live-Dokument feiern. Und das sehr gekonnt, wie man HIER lesen kann.

D-A-D – A Prayer For The Loud

Satte acht Jahre lang haben uns D-A-D auf eine neue Studioscheibe warten lassen. Ob sich das Warten gelohnt hat, steht HIER.

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Dennoch überrascht der alte Herr unseren Rezensenten auf „Flesh & Blood” ausgesprochen positiv.

KISS - KISSWORLD

Die Gruselrock-Veteranen und Marketing-Cracks setzen dieser Tage zur letzten Runde an. Auf ihrer „End of The Road“-Tour und mit der neuen (neuigkeitsfreien) Kompilation „KISSWORLD“, wie man HIER lesen kann.

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal dem Blues. Oder zumindest das, was er dafür hält – und scheitert dabei grandios, findet zumindest unser Rezensent.

Robin Trower - Coming Closer To The Day

Die britische Blues(Rock) Legende Robin Trower liefert mit „Coming Closer To The Day“ auch mit 74 Lenzen noch immer kreativ ab, findet unser Rezensent.

CD-REVIEW:

WHITESNAKE - Flesh & Blood

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Und in jüngerer Vergangenheit war bei WHITESNAKE bekanntlich auch nicht immer alles Gold, was glänzt, etwa das ziemlich verunglückte „The Purple Album“ mit zum Teil eher schwer verdaulichen Wiederaufführungen von DEPP PURPLE-Klassikern. Diesmal hat er zum 40. Geburtstag – wohlgemerkt seiner Truppe WHITESNAKE und nicht seinem eigenen – wieder unter dem programmatischen Titel „Flesh & Blood” Frischfleisch in der Auslage. Seit dem nicht durchgängig überzeugendem 2011er Liederreigen „Forevermore” hat kein neues Material nichts von DC & Co. mehr gehört – und auch kaum mehr damit gerechnet. Hier gibt es auf dem 13. Album gleich 13 neue Tracks. Und die dürften vor allem die Teile der Anhängerschaft erfreuen, die auf die Werke der Band seit der 1987er Hairmetal-Metamorphose stehen.

Denn in dieser Abteilung wird wirklich überzeugend abgeliefert. So sind die Uptempo Nummer „Trouble Is Your Middle Name“ oder die bluesig-räudige Eröffnungsnummer „Good To See You Again“ wirklich geil. Die Vorab-Single „Shut Up & Kiss Me“ ist auch ganz nett, das eingangs überraschend düstere „Hey You (You Make Me Rock)“ ebenfalls. Wie kontrastreich das Album ist, zeigt das folgende, melodiöse und mit süßen Gitarrenharmonien versehene „Always & Forever“. Fast ein Hauch „THIN LIZZY“ schwingt mit.

Etwas dürftig ist dagegen der allzu offensichtliche „Is This Love“-Aufguss „When I Think Of You (Color Me Blue)“. Schlimmer Schmalz und ein ziemlich ungeniertes Selbstplagiat. Ein paar eher entbehrliche Nummern sind zugegebener Maßen auch drauf. Alles nicht wirklich schlecht. Aber Nummern wie „Well I Never“ werden wohl nicht in den Klassiker Olymp aufgenommen. Die Schlussnummer der regulären Fassung „Sands of Time“ auch eher nicht. Hier wird ziemlich unverfroren bei LED ZEPPELINs „Kashmir“ angedockt – nur dass man das vor 20 Jahren schon mal viel besser mit „Judgement Day“ gemacht hat.

Auch mit seinen 67 Lenzen schlägt sich Coverdale stimmlich wirklich gut. Natürlich ist in den ganz hohen Lagen in dem Alter Sense. Und so fragt man sich, warum es DC etwa beim mittelprächtigen Titelsong drauf anlegt. Zumal er beim bluesigen „Heart Of Stone“ in den tiefen Lagen mal zeigt, wo Bartel noch immer den Most holt. Das gehört zu den stärksten Moment der Scheibe und knüpft etwas bei „Crying in The Rain“ an.

Ebenfalls stark ist das etwas an „Blackbird“ der BEATLES erinnernde Akustik-Stück „After All“, bei dem Coverdale die ganze Tiefe seines Timbres ausspielt.

Umso unverständlicher ist, dass es der ebenfalls großartige Bonus-Track „Can’t Do Right For Doing Wrong“ es nicht auf die Normalfassung des Albums geschafft hat. Auch „If I Can’t Have You“, die zweite Bonus-Nummer der Deluxe-Version ist absolut hörenswert und stärker als einige Songs der Platte.

Mit Ex-NIGHT RANGER-Guitarslinger Joel Hoekstra hat sich Coverdale nach dem Abgang von Doug Aldrich einen neuen technisch erstklassigen Side-Kick geangelt. Der trägt als Co-Writer von gleich sechs Songs auf „Flesh & Blood“ auch kreativ ordentlich bei. Mittlerweile seit 17 Jahren und vier Studioalben an Bord ist Gitarrero Nr. 2, Reb Beach. Der agiert inzwischen auch als Organisator des kreativen Prozesses. Am Bass liefert Michael Devin betont traditionalistisch ab, an den Tasten ist seit 2015 Michele Luppi zu hören, unauffällig, aber effektiv. Wie eigentlich fast immer in seinen inzwischen rund frei Dekaden bei WHITESNAKE langt Tommy Aldridge an der Schießbude deutlich zu deftig hin. Weniger Abbruchhammer-Stil hätte der Scheibe gutgetan. Daneben stört bei der insgesamt sehr überzeugenden Platte eine zu sterile und polierte Produktion. Aber das gehört bei Coverdale seit 1987 ja irgendwie zum Programm. -nhs

Das wird gegeben:

Good To See You Again

Gonna Be Alright

Shut Up & Kiss Me

Hey You (You Make Me Rock)

Always & Forever

When I Think Of You (Color Me Blue)

Trouble Is Your Middle Name

Flesh & Blood

Well I Never

Heart Of Stone

Get Up

After All

Sands Of Time

 

Deluxe Bonus Tracks

Can’t Do Right For Doing Wrong (Bonus Track)

If I Can’t Have You (Bonus Track)

 

DVD:

Gonna Be Alright (X-Tendo Mix) - DVD audio track

Sands Of Time (Radio Mix)

Shut Up And Kiss Me (Video Mix)

Shut Up and Kiss Me (classic jag version) - Video

Shut Up and Kiss Me (club mix) - Video

 

Behind the Scenes of Flesh & Blood

Unterwegs:

Einziges Konzert in Deutschland

7. Juli 2019 im Palladium Köln.

Karten gibt es HIER: