CD & DVD-REVIEWS:

KISS - KISSWORLD

Die Gruselrock-Veteranen und Marketing-Cracks setzen dieser Tage zur letzten Runde an. Auf ihrer „End of The Road“-Tour und mit der neuen (neuigkeitsfreien) Kompilation „KISSWORLD“, wie man HIER lesen kann.

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal dem Blues. Oder zumindest das, was er dafür hält – und scheitert dabei grandios, findet zumindest unser Rezensent.

Robin Trower - Coming Closer To The Day

Die britische Blues(Rock) Legende Robin Trower liefert mit „Coming Closer To The Day“ auch mit 74 Lenzen noch immer kreativ ab, findet unser Rezensent.

Don Felder - American Rock `N` Roll

Ex-EAGLES-Gitarrero Don Felder haut Personell auf seinem neuen Soloalbum „American Rock `N` Roll“ganz schön auf den Putz und schleppt eine ganze Promi-Brigade an, wie man HIER lesen kann,

Rossi/Rickard - We Talk Too Much

Herr Rossi sucht das Glück diesmal ohne seine Stammband STATUS QUO, Zusammen mit Sängerin Hannah Rickard frönt er seiner Leidenschaft für Country. Rockt nicht, findet unser Rezensent.

AVANTASIA – Moonglow

Tobias Sammet ist bekanntlich ziemlich rührig. Auf „Moonglow“ wartet er mit reichlich Bombast und Promis auf. WEITERLESEN

CD-REVIEW:

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal den Songs anderer Leute. Das macht er nicht erstmalig. Auf „Inspiration“ hat er sich 1996 schon einmal mit großen Kompositionen seiner musikalischen Ahnen wie Ritchie Blackmore oder Hendrix befasst. Mit vielen Gästen und durchaus überzeugend. Aber auf „Blue Lightning“ versucht er den Beweis anzutreten, dass er auch ganz allein den Blues geben kann – und scheitert dabei grandios.

Zweifelsohne: Handwerklich hat Malmsteen nix verlernt. Er flitzt wie eh und je über die Saiten und hat dabei noch immer einen unvergleichlichen Ton. Nur der Einfall, sich am Blues zu versuchen ist eine Schnapsidee. 

Foto: Austin Hargrave
Foto: Austin Hargrave

Yngwies neoklassischer Stil tut dieser Stilrichtung Gewalt an. Und dabei hat Meister Malmsteen eher wenig klassische Bluesnummern bearbeitet hat. Im Grunde nimmt Malmsteen gar keine Rücksicht auf die Songvorlagen, auf deren Vibe und Stimmung. Er zieht gnadenlos seinen Shredder-Stiefel durch. Was im Weg steht, wird niedergewalzt. Einige Nummern wie etwa der BEATLES-Klassiker „While My Guitar Gently Weeps“ oder „Smoke On The Water“ (seit wann ist das ne Blues-Nummer?) grenzen da fast an Körperverletzung, von Claptons „Forever Man“ bleibt nichts über. Und selbst Songs von Genre-Nachbarn wie DEEP PURPLE wie „Demon’s Eye“ oder dienen im Grund nur als Sechs-Saiten-Wichsvorlage, bei Hendrix‘ „Purple Haze“ ist es kaum anders. Daneben hat der Chef für dieses Album vier neue Tracks geschrieben. Die kommen noch am authentischsten rüber, vor allem der Titelsong, haben allerdings auch keinen Neuigkeitswert. Bei jedem Songs der Scheibe könnte die musikalische Begleitarbeit uninspirierter kaum sein. Ob hier (abgesehen von Yngwies Gitarre & Gesang) alles aus dem Sequenzer kommt, oder doch echte Musiker am Werk waren, kann man klanglich nicht sagen und es ist auch völlig wurscht. Hier will sich der Chef vor allem selber spielen hören und singt auch noch ziemlich mittelprächtig dazu. Trotz atemberaubendem technischen Niveau auf der Gitarre ist diese Platte nur was für Die-Hard-Malmsteen-Jünger. Immerhin spendiert er den Liederreigen mittlerweile via YouTube als Gratis-Stream. -nhs

Das wird gegeben:

01. Blue Lightning 

02. Foxey Lady (Jimi Hendrix) 

03. Demon’s Eye (DEEP PURPLE) 

04. 1911 Strut 

05. Blue Jean Blues (ZZ TOP) 

06. Purple Haze (Jimi Hendrix) 

07. While My Guitar Gently Weeps (THE BEATLES) 

08. Sun’s Up Top’s Down 

09. Peace, Please 

10. Paint It Black (THE ROLLING STONES) 

11. Smoke On The Water (DEEP PURPLE) 

 

12. Forever Man (Eric Clapton)