CD & DVD-REVIEWS:

MOTÖRHEAD – "1979"-Sets

Die MOTÖRHEAD-Nachlass- verwalter haben nochmal in ihren Archiven gekramt und hauen ein richtig dickes Ding raus. Genau genommen drei dicke Dinger, die das Jahr 1979 umfänglich reflektieren, wie man HIER lesen kann.

AIRBOURNE – Boneshaker

Die Australier AIRBOURNE melden sich mit Album Nr. 4 zurück. Und „Boneshaker“ lässt tatsächlich Wand und Gerippe erzittern, findet unser Rezensent.

Konstantin Wecker – Weltenbrand

Konstantin Wecker kommt aktuell mit großem Besteck. Beim „Weltenbrand“ begleiten ihn die Bayerischen Philharmonie. Beeindruckend, findet unser Rezensent.

GOV'T MULE - Bring On The Music

 

Gov’t Mule sind vor allem eine Live-Band. Und so ist es durchaus logisch, dass sie

das 25. Bandjubiläum mit einem neuen Live-Dokument feiern. Und das sehr gekonnt, wie man HIER lesen kann.

D-A-D – A Prayer For The Loud

Satte acht Jahre lang haben uns D-A-D auf eine neue Studioscheibe warten lassen. Ob sich das Warten gelohnt hat, steht HIER.

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Dennoch überrascht der alte Herr unseren Rezensenten auf „Flesh & Blood” ausgesprochen positiv.

BUCHTIPP:

FRANK GOOSEN - Raketenmänner (Hörbuch)

Mit „Sommerfest“ hat der Bochumer Autor FRANK GOOSEN die Latte zuletzt hoch gelegt: Dieses literarische Denkmal für seine Heimat war sein bisher rundestes Werk. In dem neuen Werk „Raketenmänner“ stellt er sich bzw. seinen Figuren die Frage „Bist du der geworden, der du sein wolltest?“ Denn GOOSEN entgeht der Versuchung, ein „Sommerfest II“ vorzulegen. Diesmal setzt nicht auf eine zentrale Hauptfigur, sondern auf einzelne Episoden und zahlreiche Protagonisten. Die wollen alle als Raketenmänner abheben, haben aber mit allerlei Fehlstarts zu kämpfen. So etwa der freie Journalist Kamerke, der sich erfolglos vornimmt, seine (untreue) Frau zu betrügen. Auch Manager und Vater Frohnberg scheitert schon an der Zubereitung von Spaghetti grandios. Selbst Frohnbergs Angestellter Ritter gibt eine eher unglückliche Figur ab: Ihm schiebt eine Berliner Punkerin eine gefälschtes U-Bahn-Karte unter. Jungspund Wenzel kauft dafür einen abgewrackten Plattenladen und hofft auf ein neues (goldenes) Vinyl-Zeitalter. Und „Turbo“ Krupke wäre zwar fast Spieler beim FC-Bayern geworden, endet aber doch als Platzwart.

Auch wenn deutlich weniger Lokalkolorit im Spiel ist: Ein GOOSEN-Trademark ist wieder präsent: Popmusik würzt auch dieses Werk. So hat sich der Autor den Buchtitel bei ELTON JOHNS „Rocket Man“ geliehen, weil ihn die Zeile „I'm not the man they think I'm at home“ inspirierte. Und den Titel verpasst GOOSEN auch einer alten Vinylplatte eines Musikers namens Stephan Moses, die aus Wenzels Plattenladens auftaucht und durch die Episoden und die Leben einiger Protagonisten vagabundiert. Und sie setzt auch den Schlusspunkt dieses Buches: Altrocker Wolf macht sich nach einem langen Musikerleben mit FLEETWOOD MAC, PAUL SIMON und NEIL YOUNG auf seine letzte Reise. Die führt ihn eben zu Stephan Moses, nachdem er Songs vom „Raketenmänner“-Album neu aufgenommen und nach vierzig Jahren seinen Sohn Mike wieder getroffen hat.

GOOSEN beweist sich neuerlich als humorvoller sowie lakonischer Erzähler und feiner Beobachter. Die Tonalität der Charaktere ist genau getroffen. Sie sind lebendig. Das gilt besonders für das von GOOSEN gelesene Hörbuch. Er ist ein großartiger Erzähler.

Allerdings machen die zahlreichen Protagonisten „Raketenmänner“ zum Teil etwas unübersichtlich und sperrig. Der Band fließt nicht so fluffig ins Ohr wie „Sommerfest“ oder „So viel Zeit“. Dennoch: Kaufempfehlung.

 

Am 20. März gastiert GOOSSEN mit den "Raketenmännern" in der Kaue Gelsenkirchen. Auch hier wird die Teilnahme angeraten. Karten gibt es HIER. -nhs