CD & DVD-REVIEWS:

AMON AMARTH - The Pursuit Of Vikings

Die schwedischen Metal-Wikinger AMON AMARTH liefern dieser Tage eine Live-Vollbedienung der Extraklasse, wie man HIER nachlesen kann.

SLASH - Living The Dream

Mit „Living The Dream” hat Slash sein viertes Soloalbum und das dritte mit seinen Sänger Myles Kennedy am Start. Was davon zu halten ist steht HIER.

Alice Cooper - At The Olympia

Im vergangenen Jahr hat Schock-Rocker-Opa Alice Cooper mit dem Studioalbum „Paranormal" ja noch unter Beweis gestellt, dass er noch nicht reif für die Rente ist. Jetzt überzeugt er noch mit einem Doppel-Live-Dokument vom Tour-Finale.

ALCATRAZZ - Live In Japan 1984

Anfang 1984 tourte ex-RAINBOW und MSG-Röhre Graham Bonnet mit seiner Truppe ALCATRAZZ durch Japan. Im Schlepptau  Yngwie J. Malmsteen. Die Show aus dem Nakano Sun Plaza wird nun erweitert und überarbeitet wiederveröffentlicht. Lohnende Anschaffung, findet unser Rezensent.

URIAH HEEP - Living The Dream

Andere Rock-Dinos nehmen die Rockerrente in den Blick, URIAH HEEP legen mit „Living The Dream“ Studioalbum Nr. 25 (!) vor - und klingen dabei so gar nicht nach Rentnerband.

BUCHTIPP: Frank Goosen - Sommerfest

Frank Goosen ist vielleicht der Autor, der derzeit am authentischsten mit seiner Ruhrpottherkunft literarisch spielt: Das ist nicht nur in bereits erschienen Werken wie „Liegen lernen“ (verdeckt), der Kurzgeschichtensammlung „Mein Ich und sein Leben“ oder bei seiner Ode an eine Autobahn, dem Programm „A40“, der Fall. Der Pott, seine Menschen und die dort tief verwurzelte Lebensart bleiben Dreh- und Angelpunkt seiner stärksten Geschichten.

Das ist im vorliegenden Band „Sommerfest“ nicht anders. Darin kehrt Hauptfigur Stefan in seine (und auch Goosens) Heimatstadt Bochum zurück – und zwar kulturell gesehen – vom anderen Ende der Welt: aus München. Da verdingt er sich seit Jahren mittelerfolgreich als Schauspieler und führt eine ebenso mittelerfolgreiche Beziehung mit einer Kollegin.

Der Anlass seiner Heimkehr ist ein trauriger. Sein (Wahl)-Onkel Hermann, der nach dem Tod von Stefans Eltern dessen Anker im kleinen Zechenhaus seiner Familie war, ist ebenfalls verstorben. Nun ist Stefan genötigt, die Reise heimwärts anzutreten, um Technisches wie den Hausverkauf zu erledigen. Eigentlich will er das nur schnell hinter sich bringen, Berührungen mit seinem ehemaligen Leben im Pott weitgehend vermeiden. Aber es kommt anders. Und das liegt zum Teil am titelgebenden Sommerfest: einerseits dem seines alten Fußballklubs, anderseits dem auf der A40. Bekanntlich wurde DIE Autobahn des Potts im Kulturhauptstadtjahr für ein Wochenende zur Partymeile. Und schwupps ist Stefan wieder ganz tief drin in einem alten Leben und auf einer Rundreise durch den Pott. Da trifft er nicht nur seine Omma Luise und allerlei merkwürdige Gestalten „von früher“. Auch seine Sandkastenfreundin Charlie, was ihn nachhaltig beeindruckt...

Eine Vielzahl von Geschichten und Geschichtchen spinnt Goosen in den Plot ein. Immer lakonisch, oft witzig, manchmal bittersüß. Die schönen Geschichten lägen auf der Straße und man müsse sie nur aufheben, weil sonst alles weg sei, lässt er Omma Luise im Roman sagen. Und das macht Goosen, malt ein Bild vom Revier der zurückliegenden Dekaden und seinen Menschen. Das alles ist (wieder) eine Hommage an eine Gegend, die mit dem Verschwinden der großen Industrie selbst beginnt zu verschwinden, sich auflöst in Callcenter-Ansiedlungen, Einkauftempeln und Freiteitparktralala. Vielleicht sorgt Goosen ein bisschen dafür, dass vom alten Pott in Kürze doch nicht alles weg ist. Ein unterhaltsam-bewegendes Buch, auch, aber nicht nur für Revierkinder.

 

 

Frank Goosen . Sommerfest

ISBN: 978-3-462-04386-0

320 Seiten, gebunden, Euro (D) 19,99 €