CD & DVD-REVIEWS:

AVANTASIA – Moonglow

Tobias Sammet ist bekanntlich ziemlich rührig. Auf „Moonglow“ wartet er mit reichlich Bombast und Promis auf. WEITERLESEN

JOHN DIVA: Mama Said Rock Is Dead

Mit ihrem Debütalbum schauen die als erstklassige Live-Unterhalter bekannten JOHN DIVA & The Rockets Of Love dieser Tage ums Eck.. Ganz schön viel 80er, findet unser Rezensent.

ACCEPT - Symphonic Terror

Das Zusammenspiel von Metalband und Symphonie Orchester probieren die Teutonen-Metal-Veteranen auf dem aktuellen Live-Silberling „Symphonic Terror". Fast gleichzeitig m,it erscheinen haut Basser Peter Baltes in den Sack,  wie man HIER lesen kann..

Walter Trout - Survivor Blues

Doppeldeutig kommt Walter Trout bei seiner aktuellen Scheibe „Survivor Blues” um die Ecke, ist er doch vor nicht also langer Zeit selbst dem Tod gerade noch von der Schüppe gesprungen. Hier erweckt er aber (fast) vergessene Blues-Perlen zu neuem Leben, wie man HIER lesen kann.

THUNDER - Please Remain Seated

Die britischen Classic-Rocker THUNDER liefern ja regelmäßigen überzeugend erstklassige Hardwurstware ab. Diesmal sind sie allerdings ungewohnt ruhig unterwegs, wie man HIER lesen kann.

BUCHTIPP: Frank Goosen - Sommerfest

Frank Goosen ist vielleicht der Autor, der derzeit am authentischsten mit seiner Ruhrpottherkunft literarisch spielt: Das ist nicht nur in bereits erschienen Werken wie „Liegen lernen“ (verdeckt), der Kurzgeschichtensammlung „Mein Ich und sein Leben“ oder bei seiner Ode an eine Autobahn, dem Programm „A40“, der Fall. Der Pott, seine Menschen und die dort tief verwurzelte Lebensart bleiben Dreh- und Angelpunkt seiner stärksten Geschichten.

Das ist im vorliegenden Band „Sommerfest“ nicht anders. Darin kehrt Hauptfigur Stefan in seine (und auch Goosens) Heimatstadt Bochum zurück – und zwar kulturell gesehen – vom anderen Ende der Welt: aus München. Da verdingt er sich seit Jahren mittelerfolgreich als Schauspieler und führt eine ebenso mittelerfolgreiche Beziehung mit einer Kollegin.

Der Anlass seiner Heimkehr ist ein trauriger. Sein (Wahl)-Onkel Hermann, der nach dem Tod von Stefans Eltern dessen Anker im kleinen Zechenhaus seiner Familie war, ist ebenfalls verstorben. Nun ist Stefan genötigt, die Reise heimwärts anzutreten, um Technisches wie den Hausverkauf zu erledigen. Eigentlich will er das nur schnell hinter sich bringen, Berührungen mit seinem ehemaligen Leben im Pott weitgehend vermeiden. Aber es kommt anders. Und das liegt zum Teil am titelgebenden Sommerfest: einerseits dem seines alten Fußballklubs, anderseits dem auf der A40. Bekanntlich wurde DIE Autobahn des Potts im Kulturhauptstadtjahr für ein Wochenende zur Partymeile. Und schwupps ist Stefan wieder ganz tief drin in einem alten Leben und auf einer Rundreise durch den Pott. Da trifft er nicht nur seine Omma Luise und allerlei merkwürdige Gestalten „von früher“. Auch seine Sandkastenfreundin Charlie, was ihn nachhaltig beeindruckt...

Eine Vielzahl von Geschichten und Geschichtchen spinnt Goosen in den Plot ein. Immer lakonisch, oft witzig, manchmal bittersüß. Die schönen Geschichten lägen auf der Straße und man müsse sie nur aufheben, weil sonst alles weg sei, lässt er Omma Luise im Roman sagen. Und das macht Goosen, malt ein Bild vom Revier der zurückliegenden Dekaden und seinen Menschen. Das alles ist (wieder) eine Hommage an eine Gegend, die mit dem Verschwinden der großen Industrie selbst beginnt zu verschwinden, sich auflöst in Callcenter-Ansiedlungen, Einkauftempeln und Freiteitparktralala. Vielleicht sorgt Goosen ein bisschen dafür, dass vom alten Pott in Kürze doch nicht alles weg ist. Ein unterhaltsam-bewegendes Buch, auch, aber nicht nur für Revierkinder.

 

 

Frank Goosen . Sommerfest

ISBN: 978-3-462-04386-0

320 Seiten, gebunden, Euro (D) 19,99 €