CD & DVD-REVIEWS:

URIAH HEEP - Living The Dream

Andere Rock-Dinos nehmen die Rockerrente in den Blick, URIAH HEEP legen mit „Living The Dream“ Studioalbum Nr. 25 (!) vor - und klingen dabei so gar nicht nach Rentnerband.

Eric Clapton: Life In 12 Bars (Soundtrack)

Dieser Tage schaut Eric Clapton in dem Dokumentarfilm „Life In 12 Bars“ auf sein Leben und seine Ausnahmekarriere zurück. Auch der Soundtrack hat es in sich, findet unser Rezensent.

Joe Bonamassa - British Blues Explosion Live

Joe Bonamassa ist bekanntlich ein ziemlich fleißiger Mann. Auf seinem neuen setzt er sich mit den Heroen der “British Blues Explosion” auseinander, also mit Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page. Ganz interessant, findet unser Rezensent.

AYREON – Best of Ayreon live

Die Zockertruppe um Arjen Anthony Lucassen serviert uns mit ihrem Doppellive-Album – wie der Titel schon andeutet – einen livehaftigen Durchmarsch durch ihr Schaffen seit 1995. Mitgeschnitten wurde das ganz bei den 2017er Tilburg-Konzerten. Beeindruckend, findet unser Rezensent.

BUCHTIPP:James Hetfield Bio Tell 'Em All"

Ein Versprechen, das nicht gehalten wird

James Hetfield, der charismatische Frontmann von METALLICA, wurde am 3.8.1963 geboren. Er kommt aus einem streng religiösen Elternhaus, ist nicht nur ein unglaublich versierter Gitarrist, sondern auch ein recht guter Drummer. Er ist trockener Alkoholiker und passionierter Jäger – ist der geneigte METALLICA- Fan bisher von irgendeiner der erwähnten Informationen überrascht? Nein? Nun, dann wird er es auch im weiteren Verlauf nicht, denn die groß angekündigte Biographie von James Hetfield aus der Feder von Mark Eglinton ist leider keine.

Mit großer Erwartung geht man an das Werk und hofft darauf, irgendetwas zu erfahren, das man nicht schon über den Frontmann der größten Metalband der Welt weiß. Es beginnt auch vielversprechend mit einem Vorwort von Chuck Billy, ein Mann, der selbst eine Legende ist. Doch leider zieht sich das auch so durch: es kommen einige Größen und Wegbegleiter des Musikbiz zu Wort und alle loben Hetfield als das was er bekanntermaßen ist: ein herausragender Musiker und eine beeindruckende Persönlichkeit. Doch wenn beispielsweise Mille Petrozza mit den Worten zitiert wird, dass „...And Justice For All“ sein Lieblingsalbum von METALLICA ist, oder dass er es nie vergessen wird, als er sie das erste Mal live gesehen hat, dann ist der Mehrwert bezüglich biographischen Wissens über James Hetfield gleich null. Und auch, wenn ein alter Schulfreund ausgegraben wird, bringt das nichts, solange dieser nur erzählt, was Fans, die eine der vielen METALLICA-Biographien gelesen oder „Some Kind Of Monster“ gesehen haben eh schon wissen. „Tell 'Em All“ ist in erster Linie deshalb ein schlechtes Werk, weil es nicht hält, was es verspricht. Es ist keine James Hetfield Biographie, sondern die xte METALLICA-Biographie und noch dazu eine schlechte. Sie liefert keine neuen Erkenntnisse, weder über die Band, noch über ihren Frontmann. Es wird aus anderen Biographien und Interviews zitiert und sämtliche Alben der Bands werden eingehend auseinandergenommen, bewertet und kritisiert. Das ist zwar teilweise ganz nett zu lesen, erfüllt aber nicht den Anspruch einer Biographie. Der merkwürdigste Aspekt ist der, dass hier eine Biographie über einen noch lebenden Künstler vorgelegt wird, ohne dass der Autor ein Wort mit diesem Künstler, also der Hauptperson, gewechselt hätte. Nur Zitate von anderen, aus Interviews und bereits existierenden Bandbios, das ist keine eigenständige Biographie. Und wenn man dann noch behauptet, es wäre die Biographie einer bestimmten Person und man berichtet dann nichts über diese Person, das über Allgemeinwissen hinaus geht, dann sind wir im Bereich der (Ent)Täuschung. Es ist schade, dass hinter einer vollmundigen Ankündigung leider nichts als heiße Luft steckt. Dieses Werk ist absolut nicht zu empfehlen. Und um die Ehre von James Hetfield zu retten: es ist auch nicht autorisiert. Aus gutem Grund, wie wir jetzt wissen. -Markus Renner