CD & DVD-REVIEWS:

Chris Rea - Road Songs ForLovers

Chris Rea meldet sich trotz herber gesundheitlicher Rückschläge wieder mit einer neuen Scheibe zurück. Auf „Road Songs For Lovers“ geht es wiederum extrem entspannt zur, wie unser Rezensent feststellt.

MOTÖRHEAD – Under Cöver

Wie ist die neue MOTÖRHEAD-Coverscheibe? Darüber gehen die Meinungen in der Redaktion doch ziemlich auseinander, wie man HIER lesen kann.

QUIET RIOT – ROAD RAGE

QUIET RIOT sind (mal wieder) mit nem neuen Sänger - dem  „American Idol“- Gewinner James Durbin und neuem Album unterwegs-. Die Scheibe hat eine ziemlich turbulente Entstehungsgeschichte, wie man HIER nachlesen kann.

DIRKSCHNEIDER Nochmal Back To The Roots

Herr DIRKSCHNEIDER hat mal wieder ne neue Live-Scheibe aufgenommen - mit Material seiner Ex-Kapelle ACCEPT. Der Sinngebung dieser Unterfangens spürt HIER unser Rezensent Markus Renner nach:

SUPPORT YOUR LOCAL ACT:

Im Proberaum mit KILL REFLEX

„Fröhliche Morgensonne“ ist eine Adresse, zu der man automatisch mit guter Laune fährt. Aus dem ehemaligen Zechengelände in Wattenscheid ist heute eine Mischung aus Gewerbegebiet und Kreativquartier geworden. Viele Ruhrpottbands proben hier, auch die Krachmacher von KILL REFLEX. Das Quartett besteht aus Musikern, die vormals in anderen Bands, (DEBT OF NATURE, DEATH OF A DEMON und, wahrscheinlich am bekanntesten, THE SPOOK) gewirkt haben und sich in ihrer neuen Formation pudelwohl fühlen.Aus diesem Grund gehen die Jungs auch davon aus, dass KILL REFLEX keine Eintagsfliege sein wird, sondern lange Bestand haben wird. Markus Renner war im Proberaum der Band und hat sowohl ihrer Musik, als auch ihren Worten gelauscht.

Foto: Markus Renner
Foto: Markus Renner

m/o: KILL REFLEX gibt es seit wann?

Lester: Offiziell zocken und schreiben wir hier seit 2016 zusammen Songs.

m/o: Du bist der Bassist. Wer sind deine Mitstreiter?

Lester: An den Drums haben wir Jackson, Matt spielt Gitarre und Hank steht am Mikro.

m/o: Ihr habt jetzt eine CD mit zwei Songs draußen und auch bereits den ersten Gig fest gemacht. Bisschen knapp, so ein Programm mit zwei Songs zu bestreiten, oder?

Lester: Ach, warum? Wir spielen die einfach immer in Runde (lacht). Nein, im Ernst, wir haben theoretisch genug Material um ins Studio zu gehen um eine komplette LP aufzunehmen, wie man früher sagte. Zunächst haben wir jedoch besagte 2 Song CD als erstes Lebenszeichen raus gehauen.

Als erste "Duftmarke" sozusagen. Darüber hinaus ist es ja noch geplant eine 7"-Vinyl gegen Ende des Jahres zu veröffentlichen. Solange die aber noch nicht fertig ist, wird es erst mal nur dieses CD Format geben. Übrigens haben wir zwei fest gebuchte öffentliche Gigs und einen, der leider nicht für jedermann zugänglich ist. Und das erste Festival nächstes Jhar ist auch schon klar, wir spielen auf dem Sunny Side.

m/o: Beschreib mal euren Sound.

Lester: Boah, so was ist immer schwierig, wie soll ich das am besten beschreiben? Es ist auf jeden Fall ordentlich in die Fresse, es ist ein Sound, der jedem den Kitt aus der Kerfte knallen wird. Es macht ordentlich Krach, aber wir haben auch Melodie in unserem Sound. Das ist das, was wir wollen. Der Mix macht es aus. Wir haben viele unterschiedliche Einflüsse und die können wir gut über unsere Mucke kanalisieren. 

m/o: Hank, wie bist Du zu KILL REFLEX gekommen?

Hank: Ich habe vorher mit Lester und Jack in einer anderen Band gespielt, in der unser Gitarrist lange Zeit ausgefallen ist. Gleichzeitig haben die beiden noch bei DEBT OF NATURE gespielt, Matt war dort Gitarrist und als DEBT OF NATURE sich aufgelöst haben ist Matt zu uns gestoßen und wir haben KILL REFLEX gegründet. Damals noch ohne Namen, dann hießen wir mal so, dann so, letztlich war es dann KILL REFLEX.

m/o: Ihr habt Death und Thrash Elemente in eurer Musik zu denen Du growlst und shoutest. Habt ihr auch was mit Klargesang im Repertoire, bzw. kannst Du Dir das überhaupt für Dich vorstellen?

Hank: Richtig, Growling und Shouting ist halt mein Ding. Klargesang ist zwar erst mal nicht angedacht, aber da hätte ich durchaus Interesse dran. Ich bin durchaus offen dafür. Wir haben einige fertige Songs, da passt das noch nicht, aber wer weiß, was noch kommt.

m/o. Mit Musik Geld zu verdienen ist heutzutage ja kaum noch möglich. Sprich, man macht das in erster Linie just for fun. Oder ist da doch so ein Gedanke nach dem großen Durchbruch im Hinterkopf?

Hank: Ich glaube nicht, dass die Musik irgendwann mal meine Haupteinnahmequelle wird (lacht). Wir versuchen aber schon, es ambitioniert anzugehen. Wir wollen nicht nur rumkrebsen. Es wäre natürlich schön, wenn man irgendwann mal bei einem Label unterkommt, das uns zumindest unterstützen würde. Jetzt geht halt alles auf die eigene Kappe und wenn man ein bisschen finanzielle Unterstützung für Albumaufnahmen und so hätte, dann wäre das natürlich traumhaft. Wenn sich das Hobby selber trägt und plusminus Null bringt, dann sind wir schon zufrieden. Und vielleicht noch abends zwei Bier in der Kneipe dazu, das wäre auch nett (lacht).

m/o: Jack, Deine wievielte Band ist KILL REFLEX?

Jack: Oh, da muss ich überlegen. Ich glaube die fünfte.

m/o: Was ist mit THE SPOOK passiert? Die Kurve ging nach oben, ihr hattet Erfolg und wurdet durchaus bekannt. Dann hat es aber doch nicht geklappt. Was ist passiert?

Jack: Wir haben uns untereinander nicht mehr wirklich gut verstanden. Wir waren jung und haben auf Tour viel Scheiße gebaut, Alkohol hat natürlich auch seinen Teil dazu beigetragen. Und es gab auch enttäuschte Erwartungen, weil einige sehr über die Strenge geschlagen sind und es dann live nicht mehr funktioniert hat. Und dann hat einer nach dem anderen die Band verlassen.

m/o: Es ist dann natürlich bitter, wenn man wieder ganz von vorne anfangen muss. Oder sagst Du, so wie es jetzt ist, ist es gut?

Jack: Es ist jetzt perfekt! Ich möchte das nicht missen, ich möchte die Band, die ich jetzt habe nicht missen, auch weil es viel mehr meiner musikalischen Richtung entspricht als THE SPOOK damals. Ich wollte immer in einer Metalband spielen, somit ist es eine positive Entwicklung für mich.

m/o: Jetzt seid ihr ja auch im gereiften, mittleren Alter. Du gehst davon aus, dass bei KILL REFLEX alles gediegener abgehen wird, oder?

Jack: Es wird auf jeden Fall gediegener abgehen, weil wir auch viel miteinander darüber geredet haben, was in unseren vorherigen Bands falsch gelaufen ist und sich jeder der Fehler bewusst ist und auch viel bewusster damit umgeht.

m/o: Wie bist Du zu KILL REFLEX gestoßen, Matt?

Matt: Ich war vorher bei einer anderen Band, DEBT OF NATURE. Wir suchten einen neuen Drummer und Jack war der Auserwählte. Dabei hat sich dann ergeben, dass die neue Band mehr Spaß gemacht hat als die alte.

m/o: Was erwartest Du, welchen Weg KILL REFLEX nehmen wird?

Matt: Steil nach oben! (lacht) Im Ernst, wir haben ja alle schon einiges an Erfahrung. Wir machen unsere Musik, weil es das ist, was wir machen wollen und machen sie darum auch ohne uns etwas vorschreiben zu lassen. Wir hoffen auf den nächsten Schritt, wie ein Label-Deal, Festivals spielen, solche Sachen halt.

m/o: Eure ersten Gigs habt ihr ja auch schon bald, am 13.10 geht es los. Bist Du da noch nervös? Ist ja nun nicht Dein erster Auftritt.

Matt: Wieder! Mein letzter Gig mit DEBT OF NATURE war 2013, davor habe ich schon einige hundert Auftritte gehabt, auch auf größeren Festivals. Jetzt bin ich nicht wirklich nervös, aber es kribbelt.

m/o: Euer Verhältnis untereinander scheint wirklich ein gutes zu sein. Du musst zu jeder Probe von Düsseldorf hierhin nach Wattenscheid kommen, da hat man ja auch nicht immer Bock drauf.

Matt: Danke, dass Du das mal hier festhälst (lacht). Es lohnt sich einfach mit den Jungs. Es macht wirklich Spaß, wir kommen gut miteinander klar und darum war das die richtige Entscheidung.

m/o: Wer gibt musikalisch den Ton an, beim Songwriting?

Matt: Ich entwickele natürlich die Riffs, aber wir schrauben dann eigentlich alle gemeinsam  das Ganze zusammen. 

Unser Fazit: KILL REFLEX sind eine Band, die mit einem guten Mix aus Death, Thrash und Hardcore ziemlich gut nach vorne gehen. Dem schon etwas reiferen Alter der Bandmitglieder ist es geschuldet, dass sie auch klassische Metalelemente im Stile von MAIDEN oder PRIEST mit einbringen und somit bei aller Brachialität auch melodiös klingen. Musikalisch gut und menschlich sehr sympathisch. Auch aus diesem Grund, wünschen wir dem Quartett viel Erfolg.

 

 

Live zu sehen:

13.10.2017: Sputnikhalle, Münster

28.10.2017: District 6, Düsseldorf

27,07.2018: Sunny Side Festival, Liedolsheim