CD & DVD-REVIEWS:

MOTÖRHEAD – "1979"-Sets

Die MOTÖRHEAD-Nachlass- verwalter haben nochmal in ihren Archiven gekramt und hauen ein richtig dickes Ding raus. Genau genommen drei dicke Dinger, die das Jahr 1979 umfänglich reflektieren, wie man HIER lesen kann.

AIRBOURNE – Boneshaker

Die Australier AIRBOURNE melden sich mit Album Nr. 4 zurück. Und „Boneshaker“ lässt tatsächlich Wand und Gerippe erzittern, findet unser Rezensent.

Konstantin Wecker – Weltenbrand

Konstantin Wecker kommt aktuell mit großem Besteck. Beim „Weltenbrand“ begleiten ihn die Bayerischen Philharmonie. Beeindruckend, findet unser Rezensent.

GOV'T MULE - Bring On The Music

 

Gov’t Mule sind vor allem eine Live-Band. Und so ist es durchaus logisch, dass sie

das 25. Bandjubiläum mit einem neuen Live-Dokument feiern. Und das sehr gekonnt, wie man HIER lesen kann.

D-A-D – A Prayer For The Loud

Satte acht Jahre lang haben uns D-A-D auf eine neue Studioscheibe warten lassen. Ob sich das Warten gelohnt hat, steht HIER.

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Dennoch überrascht der alte Herr unseren Rezensenten auf „Flesh & Blood” ausgesprochen positiv.

Musikalisch kraftvoll, gesundheitlich hinfällig: PAUL DI´'ANNO. Fotos (5): Niels Holger Schmidt
Musikalisch kraftvoll, gesundheitlich hinfällig: PAUL DI´'ANNO. Fotos (5): Niels Holger Schmidt

BILDERSTRECKE:

Abschied von MAIDEN-Röhre PAUL DI`ANNO

Er war mal ein ganz Großer: Ex-IRON MAIDEN-Stimme Paul Di`Anno tingelt auf seiner letzten Tour durch Mini-Clubs. Musikalisch kann er es noch immer. Aber sein Gesundheitszustand schockiert.

 

Er ist gerade 55, schleppt sich aber auf die Bühne wie ein Greis. Paul Di`Anno geht inzwischen am Stock, kann die wenigen Stufen zur niedrigen Bühne im kleinen Duisburger Jugendclub Parkhaus Meiderich am 25. Mai kaum erklimmen. Seit Jahren ist Di`Anno von einem schweren Rückenleiden gezeichnet. Und so kann er sich auf der Bühne scheinbar nur auf den Beinen halten, weil er sich auf den Mikroständer stützt. Stage Acting? Headbangen? Unmöglich. Auch sonst hinterlässt er einen desperaten Eindruck, hat scheinbar in den zurückliegenden Dekaden zu sehr dem kühlen Blonden und auch manchem Destillat zugesprochen. Er wirkt aufgeschwemmt, Zähne fehlen. Und auch auf der Bühne schaut er ins Glas, kündigt an, auf seiner letzten Tour noch mal ordentlich zulangen zu wollen. Ein trauriges Bild.

Aber die Stimme hat Paul Di`Anno trotz allem nicht verloren, brüllt wie ein Bär zu Beginn des Konzertes „Sanctuary“ von der MAIDEN-Debüt-Scheibe heraus. Das war die eine von zwei LPs, die er für IRON MAIDEN einsingen konnte. Dann wurde ihm wegen seines schwierigen Lebenswandels der Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Auch bei anderen MAIDEN-Klasssikern wie „Running Free“ zeigt Di`Anno in Duisburg, dass er musikalisch noch nicht am Ende ist. Es gibt sogar mit „You've Been Kissed By The Wings Of An Angel Of Death“ eine sehr ordentliche, an die frühen MAIDEN erinnernde frische Nummer. Die hat er für eine im Laufe des Jahres erscheinende EP zusammen mit seinen jungen deutschen Begleitern eingeholzt.

Das Auditorium lässt sich von Di`Annos Hinfälligkeit nicht beeindrucken, feiert ihn und die Band ordentlich ab. Dennoch: Am Ende bleibt beim Rezensenten große Melancholie über den Zustand eines Jugendhelden. Immerhin, es ist die letzte Tour. Alles Gute, Paul.

 

Eine Bilderstrecke gibt es HIER.