CD & DVD-REVIEWS:

DANZIG – Black Laden Crown

Das erste DANZIG Album mit ausschließlich neuen Songs seit sieben Jahren serviert und Glenn DANZIG - und macht damit eine historische Bauchlandung, findet unser Rezensent.

DEEP PURPLE – inFinite

Die britischen Rock-Giganten DEEP PURPLE legen mit „inFinite“ Album Nr. 20 vor. Ein ziemlich gelungenes, entspanntes Alterswerk - und vielleicht das letzte, mutmaßt unserer Rezensent HIER:

CHICKENFOOT – Best + Live

Die All-Star-Truppe CHICKEN- FOOT hat ne neue Scheibe, so mehr oder weniger zumindest. Was von dem Best Of und Live-Doppelschlag zu halten ist, steht HIER:

BÜHNENNOTIZEN:

DOUBLE CRUSH SYNDROME live in Düsseldorf

DOUBLE CRUSH SYNDROME haben ein starkes Album abgeliefert. Aber schaffen sie den Live-Test? Das beantwortet unser Rezensent HIER.

Weltstar zum anfassen: Steve Harris mit BRITISH LION. Fotos: Niels Holger Schmidt
Weltstar zum anfassen: Steve Harris mit BRITISH LION. Fotos: Niels Holger Schmidt

BILDERSTRECKE: BRITISH LION in Essen

Gut gebrüllt, Löwe

Wenn der Mann, der den Bass spielt Steve Harris heißt und somit für viele Musikfans eine Legende ist, dann kann es passieren, dass man auch mit einem vier Jahre alten Album einen Club wie das Essener Turock gut füllen kann. Das bewies der IRON MAIDEN Tieftöner mit seinem Sideprojekt BRITISH LION am 26 November.

Sänger Richard Taylor zeigte sich gut aufgelegt.
Sänger Richard Taylor zeigte sich gut aufgelegt.

Ausverkauft ist es nicht, aber gut 300 Menschen fanden sich ein, um sich davon überzeugen, was Richard Taylor, Sänger von BRITISH LION, uns bereits im Interview verraten hat: live sind die britischen Löwen wesentlich bissiger als auf dem recht zahnlosen und bisher einzigem Longplayer von 2012. Ein bunt gemischtes Publikum, viele im IRON MAIDEN Shirt warteten darauf, den Mastermind ihrer Lieblingsband ganz nah zu erleben.

Was sie dann erleben durften, war die pure Spielfreude, nicht nur am Bass. Aber es war schon eine besondere Freude, Steve Harris auf der kleinen Club-Bühne beobachten zu dürfen. Denn der hat sichtlich Spaß an diesem Abend und ackert und rennt und schnauft wie ein Weltmeister. Und er strahlt dabei wie ein Honigkuchenpferd. Man wird das Gefühl nicht los, dass er die kleine, intime Bühne und die Nähe zu den Fans genießt. Das beweist er auch nach dem Konzert, als er, so wie der Rest der Band, aus dem Backstage herauskommt und bereitwillig Autogramme gibt und für Fotos zur Verfügung steht. 

Im Mittelpunkt des Interesses: Steve Harris.
Im Mittelpunkt des Interesses: Steve Harris.

Musikalisch ist Steves Bass das treibende Element und das, was den Sound ausmacht. Sein Spiel ist für den geneigten Fan sofort zu erkennen und es gibt im Laufe des Gigs einige IRON MAIDEN Gedenkmomente. Doch diese sind rar und nur kurz, den Harris und Taylor werden nicht müde zu betonen, dass BRITISH LION eine eigenständige Band und kein MAIDEN Abklatsch ist.

Die Spielfreude des Chefs und seiner Band stecken an, die Fans sind von Beginn an dabei, was auch daran liegen dürfte, dass BRITISH LION live zum Glück mit jeder Menge Power ans Werk gehen. Wer das Album kennt, ist positiv überrascht von dem Druck, mit dem die Band musiziert und auch Richard Taylors Stimme ist zum Glück wesentlich kraftvoller als auf dem Album. Dies alles im Verbund mit der Club-Atmosphäre bewirkt, dass das Publikum ein sehr intensives und gutes Konzert erlebt und auch mitgestaltet. Denn nachdem Taylor verkündet hat, dass es für ein Live-Album aufgezeichnet wird, bemühen sich die Fans im Turock redlich, Teil dieser Aufnahme zu werden.

 

Dynamisch: Schlagzeuger Simon Dawson.
Dynamisch: Schlagzeuger Simon Dawson.

Einziges Manko an diesem Abend ist der Zeitfaktor: Bereits nach nur etwas über einer Stunde ist alles ohne Zugabe vorbei. Damit spielen BRITISH LION nur eine knappe Viertelstunde länger als ihre gute Vorband, was sicher auch dem Umstand geschuldet ist, dass es eben nur ein Album und einige neue Songs gibt.

Der Support VOODOO SIX liefert einen soliden Auftritt ab. Der gute, eingängige Rock, der zwischenzeitlich auch etwas härter daher kommt und an alte Grunge-Tage erinnert sowie die raue Stimme von Sänger Luke Purdie, brachten das Publikum auf eine ordentliche Betriebstemperatur. Das Auftreten von Basser Tony Newton zeigte jedem Anwesenden deutlich, dass der Bassist, der nach ihm die Bühne betreten soll, sein Vorbild ist. Spielerisch kommt er nicht an Harris ran, doch von der Art und Weise des Auftretens sind Parallelen nicht zu übersehen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass VOODOO SIX und BRITISH LION ihr Publikum nett unterhalten haben. Geboten wurde gute musikalische Unterhaltung, nicht mehr, nicht weniger. Was den meisten Besuchern wahrscheinlich am meisten im Gedächtnis hängen bleiben wird, obwohl alle Löwen an diesem Abend gut gebrüllt haben, ist aber, dass sie die Bass-Legende Steve Harris mal ganz nah erleben durften. -Markus Renner

Das wurde gegeben:

This Is My God

Lost Worlds

Father Lucifer

The Burning

Spitfire

The Chosen Ones

These Are The Hands

Bible Black

Guineas And Crowns

Last Chance

Us Against The World

A World Without Heaven

Judas

Let It Roll

Eyes Of The Young