CD & DVD-REVIEWS:

KISS - KISSWORLD

Die Gruselrock-Veteranen und Marketing-Cracks setzen dieser Tage zur letzten Runde an. Auf ihrer „End of The Road“-Tour und mit der neuen (neuigkeitsfreien) Kompilation „KISSWORLD“, wie man HIER lesen kann.

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal dem Blues. Oder zumindest das, was er dafür hält – und scheitert dabei grandios, findet zumindest unser Rezensent.

Robin Trower - Coming Closer To The Day

Die britische Blues(Rock) Legende Robin Trower liefert mit „Coming Closer To The Day“ auch mit 74 Lenzen noch immer kreativ ab, findet unser Rezensent.

Don Felder - American Rock `N` Roll

Ex-EAGLES-Gitarrero Don Felder haut Personell auf seinem neuen Soloalbum „American Rock `N` Roll“ganz schön auf den Putz und schleppt eine ganze Promi-Brigade an, wie man HIER lesen kann,

Rossi/Rickard - We Talk Too Much

Herr Rossi sucht das Glück diesmal ohne seine Stammband STATUS QUO, Zusammen mit Sängerin Hannah Rickard frönt er seiner Leidenschaft für Country. Rockt nicht, findet unser Rezensent.

AVANTASIA – Moonglow

Tobias Sammet ist bekanntlich ziemlich rührig. Auf „Moonglow“ wartet er mit reichlich Bombast und Promis auf. WEITERLESEN

Haben noch Dampf: Die SCORPIONS. Alle Fotos: Niels Holger Schmidt
Haben noch Dampf: Die SCORPIONS. Alle Fotos: Niels Holger Schmidt

BILDERSTRECKE: Die SCORPIONS in Köln

Rock statt Rente

Viele Rockbands machen gerade spektakulär Schluss, und eigentlich hatten auch die SCORPIONS vor, in Rente zu gehen. Doch aus ihrer Abschiedstour ist inzwischen die Geburtstagstour zum 50-jährigen Bestehen geworden. 

Noch immer mit großer Pose: Klaus Meine.
Noch immer mit großer Pose: Klaus Meine.

Mit einem guten halben Jahr Verspätung – damals war Sänger Klaus Meine unpässlich -  holten die Skorpione jetzt die Party in der nicht komplett gefüllten Lanxess-Arena nach.

Und wie ein Zeichen dafür, dass die Band sich nicht im Glanz vergangener Großtaten sonnt, sondern auch noch relevante neue Alben vorlegt, gab’s gleich zur Eröffnung mit „Going out with the Bang“ einen Song vom jüngsten Album „Return to Forever“. Videoexplosionen flimmerten über die gewaltigen Videoleinwände auf der ansonsten ziemlich spartanisch ausgestatteten großen Bühne, auf der die Rocker zeitweise ein wenig verloren wirkten. Posing und große Gesten dosierten die Scorps anders als in früheren Zeiten eher sparsam, für die Show sorgten die Effekte auf der Leinwand. Die Leute weiter hinten in der Arena dürfte es gefreut haben, bekamen sie doch so auch etwas zu sehen. 

 

Bestens eingespielt_ Rudolf Schenker (Li.) und Matthias Jabs.
Bestens eingespielt_ Rudolf Schenker (Li.) und Matthias Jabs.

Was folgte, war ein Hit-Feuerwerk, das die Band routiniert umsetzte. Mit im Set war auch ein Vintage-Block mit eher selten oder lange nicht live gespielten Tracks wie „Top of he Bill“ und Speedy’s Coming“, an die sich viele der Besucher vermutlich ebenso gut erinnern konnten wie an die früheren Auftritte in der legendären Sporthalle. Die Alten werden den Jungen im Publikum hinterher berichtet haben, wie unvergleichlich viel besser Atmosphäre und Sound in der legendären Kölner Sporthalle im Vergleich zur Lanxess-Arena waren, deren Akustik zumindest auf den Rängen eine Zumutung ist. Vielleicht lag’s auch daran, dass der Funke fast die gesamten 100 Minuten lang nicht so recht überspringen wollte und sich die Besucher erst im Zugabenteil zur „Rock you like a Holiday“ von ihren Sitzplätzen erhoben.

Dabei wurde gegeben, was die Fans erwarten: „Blackout“, „Coast to Coast“, „The Zoo“, „Big City Nights“ und „No one like you“. Natürlich fehlte auch das unvermeidliche „Wind of Change“ nicht, das offensichtlich auch manchen der Besucher seinerzeit zum SCORPIONS-Fan gemacht hat. Und zur Ballade „Still loving you“ wurden hier und da verklärte Blicke ausgetauscht – waren das noch Zeiten, als man zu der Schmalzballade seine Angebetete anschmachtete. Zwischendurch gab’s immer wieder Songs neueren Datums wie „We built this house“ und „Rock’n’Roll Band“. Auch für einen kleinen Acoustic-Set, eröffnet von „Always Somewhere“, war Platz.

 

Jetzt bei den SCORPIONS: Mikkey Dee.
Jetzt bei den SCORPIONS: Mikkey Dee.

Für einen Gänsehaut-Moment sorgt ein kleines MOTÖRHEAD-Tribute: Deren Drummer Mikkey Dee verprügelt inzwischen bei den SCORPIONS die Felle und durfte bei „Overkill“ und einem Schlagzeug-Solo zeigen, was er drauf hat, während sein verstorbener Bandboss Lemmy hinter ihm über die Leinwand flimmerte. Den Blondschopf hinter die Kessel zu setzen, war eine der besseren Ideen der SCORPIONS: Dee tobte wie ein Derwisch hinter der Schießbude und trat Meine, der erstaunlich gut bei Stimme war, den Gitarristen Rudolf Schenker und Matthias Jabs sowie Bassist Paweł Mąciwoda, die ihren Stiefel abgeklärt durchzogen, doch noch ein wenig in den Hintern. Onkel Hotte

Eine große Bilderstrecke git er HIER

Das wurde gegeben:

Going Out With a Bang

Make It Real

The Zoo

Coast to Coast

Top of the Bill / Steamrock Fever / Speedy's Coming / Catch Your Train

We Built This House

Delicate Dance

Always Somewhere / Eye of the Storm / Send Me an Angel (Akustik-Medley)

Wind of Change

Rock 'n' Roll Band

Dynamite

Overkill (Motörhead Tribute)

Drum Solo Mikkey Dee

Blackout

No One Like You

Big City Nights

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Still Loving You

Rock You Like a Hurricane