CD & DVD-REVIEWS:

MICHAEL SCHENKER FEST – Resurrection

Michael Schenker kommt auf seiner neuen Scheibe "

Resurrection" mit einem ganzen Stall prominenter ex-Mitstreiter um Eck und schafft es dabei auch noch eine gute Platte abzuliefern. Spannend, findet unser Rezensent.

Konstantin Wecker  - Poesie & Widerstand live

Konstantin Wecker ist inzwischen über 70, hat aber noch reichlich Leidenschaft und Druck auf dem Kessel. Das zeigt seine Jubiläums-Live-DVD „Poesie und Widerstand – live“

POP EVIL - Pop Evil

Das US-Quintett POP EVIL serviert auf der selbstbetitelten Scheibe US-Hardrock der aktuellen Machart mit Einschlag aus härteren Metallgefilden und gekonnten Hooks - aber leider ohne eine Spur von Dreck unter den Fingernägeln.

Beth Hart & Joe Bonamassa - Black Coffee

Beth Hart & Joe Bonamassa legen mit neuen gemeinsamen Album "Black Coffee"ne ziemlich Hammerscheibe vor, findet unser Rezensent.

BILDERSTRECKE:

Lila Tastenzauberer auf Abwegen

Don Airey kennt man vor allem als Tastenmann der britischen Rockgiganten DEEP PURPLE. Sein Gastspiel in der Zeche Bochum am 12. März zeigte aber: Er hat auch jenseits dieser Band ein beeindruckendes musikalisches Vorleben zu bieten.

Erstklassig & flexibel: Sänger Carl Sentance.
Erstklassig & flexibel: Sänger Carl Sentance.

 So eröffnete er den Reigen in der Zeche eben nicht mit einem Gassenhauer, den er sonst in deutlich größeren Hallen vorträgt. Kein DEEP PURPLE-Klassiker stand am Anfang, sondern „Nuclear Attack”, das Airey in den 80ern an der Seite von Gitarrenikone Gary Moore einspielte. Gelungene Überraschung. Erst danach folgte mit „Pictures of Home” die erste PURPLE-Nummer. Airey vertritt seit 2002 bekanntlich den inzwischen verstorbenen Jon Lord würdig an den Tasten der Rockgiganten. Umso überraschender war allerdings, dass er auf Songs von den unter seiner Mitwirkung entstandenen vier DEEP PURPLE-Platten komplett verzichtete. Stattdessen gab es vier Klassiker der Band aus der Zeit vor Airey, unter anderem den Gassenhauer Child in Time, den DEEP PURPLE schon lange selbst nicht mehr spielen.

Rocker & Virtuose: Simon McBride.
Rocker & Virtuose: Simon McBride.

Bei Aireys-Solo-Gastspiel gab es einen Parforce-Ritt durch sein musikalisches Vorleben. Das beinhaltet bekanntlich unter anderem so große Namen wie Gary Moore, WHITESNAKE und RAINBOW. Von letzteren gab es gleich fünf Nummern, die er in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern mit Ex-DEEP PUPRLE-Saitengott Ritchie Blackmore in die Rille meißelte, etwa die Beethoven-Bearbeitung „Difficult to Cure“ oder den grandiosen Rocker „Lost in Hollywood“. Dabei bewies der neue NAZARETH-Shouter Sänger Carl Sentance als Aireys-Frontman enorme Flexibilität. Das war auch bei der WHITESNAKE-Schnulze „Is This Love“ notwendig, denn der Originalinterpret David Coverdale ist bekannt ansonsten in ganz anderen Stimmlagen unterwegs. Insgesamt bewies die Begleitband aus Schlagzeuger Jon Finnigan (GANG OF FOUR), dem von Eric Clapton und BLACK SABBATH bekannten Tieftöner Laurence Cottle, sowie SWEET SAVAGE-Gitarrenmann Simon McBride ein überaus beeindruckendes handwerkliches Niveau. So lieferte McBride etwa bei Gary Moores „Still Got the Blues” atemberaubend ab. Beim COLOSSEUM II Jazzrock-Nackenbrecher “Desperado” durften dann alle Instrumentalisten abheben. Beeindruckend.

Neben der Wiederbelebung alter Großtaten servierte Airey aber auch Material von jüngeren Solowerken und mit „Lost Boys“ einen Vorgeschmack auf das demnächst erscheinende neue Solo-Werk. Erstklassiger Rockabend. –nhs

Das wurde gegeben:

Nuclear Attack (Gary Moore)

Pictures of Home (DEEP PURPLE)

Shooting Star

I Surrender (RAINBOW)

Still Got the Blues (Gary Moore)

Desperado (COLOSSEUM II)

The Way I Feel Inside

Lost Boys

Is This Love (WHITESNAKE)

Child in Time (DEEP PURPLE)

Difficult to Cure (RAINBOW)

All Night Long (RAINBOW)

Lost in Hollywood (RAINBOW)

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Hush (DEEP PURPLE)

Since You Been Gone (RAINBOW)

Black Night (DEEP PURPLE)