CD & DVD-REVIEWS:

D-A-D – A Prayer For The Loud

Satte acht Jahre lang haben uns D-A-D auf eine neue Studioscheibe warten lassen. Ob sich das Warten gelohnt hat, steht HIER.

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Dennoch überrascht der alte Herr unseren Rezensenten auf „Flesh & Blood” ausgesprochen positiv.

KISS - KISSWORLD

Die Gruselrock-Veteranen und Marketing-Cracks setzen dieser Tage zur letzten Runde an. Auf ihrer „End of The Road“-Tour und mit der neuen (neuigkeitsfreien) Kompilation „KISSWORLD“, wie man HIER lesen kann.

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal dem Blues. Oder zumindest das, was er dafür hält – und scheitert dabei grandios, findet zumindest unser Rezensent.

Robin Trower - Coming Closer To The Day

Die britische Blues(Rock) Legende Robin Trower liefert mit „Coming Closer To The Day“ auch mit 74 Lenzen noch immer kreativ ab, findet unser Rezensent.

BILDERSTRECKE:

NAZARETH im Steinhof Duisburg

Unglaubliche fünf Jahrzehnte haben NAZARETH schon auf dem Buckel. Dass Scotland’s Finest Rockband nicht nur in Würde gealtert ist, sondern so frisch wie lange nicht klingt, hat der Vierer von der Insel auch dem neuen Sänger Carl Sentance zu verdanken, der immerhin 15 Jahre jünger ist als Basser Pete Agnew, letztes verbliebenes Gründungsmitglied. Sentance klingt glücklicherweise nicht ausschließlich wie eine Dan-McCafferty-Kopie, sondern verfügt über ein überaus vielseitiges Organ. Der Waliser, der zuletzt schon mit DEEP-PURPLE-Tastenmann Don Airey in unseren Breiten unterwegs war, bringt die alten Knaller wie „Razamanaz“, „Turn on your receiver“ und „Hair of the dog“ genau so authentisch rüber wie die Schmalz-Balladen „Love hurts“, „Heart grown cold“ und „Dream on“. Letzteres klingt in der in der abgespeckten Form nur mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug sogar noch deutlich besser als in der 80er-Jahre-Bombast-Produktion vom Studio-Album. Überhaupt: Bei NAZARETH  ist 2018 Minimalismus Trumpf, es gibt keinen überflüssigen Schnick-Schnack auf der Bühne – weder optisch, noch akustisch. Viele Titel gewinnen durch den trockenen Sound ganz ohne Keyboards, Piano und Bandeinspielungen (nur das Intro kam wie immer aus der Konserve). Einmal greift Sentance zur Akustischen, nämlich beim besagten „Heart grown cold“, sonst müssen Jim Murrisons Gitarre, Agnews Bass sowie Agnews Sohn Lee an den Kesseln den Saal allein beschallen. Gut in die Setlist fügten sich die drei Songs vom gerade erst erschienenen neuen Album „Tattooed on my brain“ ein, neben dem Titeltrack waren das „Change“ und „Never dance with the devil“. Das mächtig rockende neue Album ist auch der Beweis, dass NAZARETH  ohne McCafferty doch noch mehr sind, als die eigene Coverband. Dass sich die Zeiten geändert haben, zeigte sich auch am mit gealterten Publikum: kein Gedränge vor der Bühne in dem dennoch gut gefüllten, 1000 Leute fassenden Saal, statt Feuerzeugen leuchteten bei „Dream on“ Handy-Displays, und statt dem Pappbecker mit Bier wurde schon mal das Rotweinglas auf den gelungenen Abend erhoben. Leider war nach gut anderthalb Stunden schon Schluss. – Onkel Hotte