CD & DVD-REVIEWS:

AMON AMARTH - The Pursuit Of Vikings

Die schwedischen Metal-Wikinger AMON AMARTH liefern dieser Tage eine Live-Vollbedienung der Extraklasse, wie man HIER nachlesen kann.

SLASH - Living The Dream

Mit „Living The Dream” hat Slash sein viertes Soloalbum und das dritte mit seinen Sänger Myles Kennedy am Start. Was davon zu halten ist steht HIER.

Alice Cooper - At The Olympia

Im vergangenen Jahr hat Schock-Rocker-Opa Alice Cooper mit dem Studioalbum „Paranormal" ja noch unter Beweis gestellt, dass er noch nicht reif für die Rente ist. Jetzt überzeugt er noch mit einem Doppel-Live-Dokument vom Tour-Finale.

ALCATRAZZ - Live In Japan 1984

Anfang 1984 tourte ex-RAINBOW und MSG-Röhre Graham Bonnet mit seiner Truppe ALCATRAZZ durch Japan. Im Schlepptau  Yngwie J. Malmsteen. Die Show aus dem Nakano Sun Plaza wird nun erweitert und überarbeitet wiederveröffentlicht. Lohnende Anschaffung, findet unser Rezensent.

URIAH HEEP - Living The Dream

Andere Rock-Dinos nehmen die Rockerrente in den Blick, URIAH HEEP legen mit „Living The Dream“ Studioalbum Nr. 25 (!) vor - und klingen dabei so gar nicht nach Rentnerband.

BILDERSTRECKE:

NAZARETH im Steinhof Duisburg

Unglaubliche fünf Jahrzehnte haben NAZARETH schon auf dem Buckel. Dass Scotland’s Finest Rockband nicht nur in Würde gealtert ist, sondern so frisch wie lange nicht klingt, hat der Vierer von der Insel auch dem neuen Sänger Carl Sentance zu verdanken, der immerhin 15 Jahre jünger ist als Basser Pete Agnew, letztes verbliebenes Gründungsmitglied. Sentance klingt glücklicherweise nicht ausschließlich wie eine Dan-McCafferty-Kopie, sondern verfügt über ein überaus vielseitiges Organ. Der Waliser, der zuletzt schon mit DEEP-PURPLE-Tastenmann Don Airey in unseren Breiten unterwegs war, bringt die alten Knaller wie „Razamanaz“, „Turn on your receiver“ und „Hair of the dog“ genau so authentisch rüber wie die Schmalz-Balladen „Love hurts“, „Heart grown cold“ und „Dream on“. Letzteres klingt in der in der abgespeckten Form nur mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug sogar noch deutlich besser als in der 80er-Jahre-Bombast-Produktion vom Studio-Album. Überhaupt: Bei NAZARETH  ist 2018 Minimalismus Trumpf, es gibt keinen überflüssigen Schnick-Schnack auf der Bühne – weder optisch, noch akustisch. Viele Titel gewinnen durch den trockenen Sound ganz ohne Keyboards, Piano und Bandeinspielungen (nur das Intro kam wie immer aus der Konserve). Einmal greift Sentance zur Akustischen, nämlich beim besagten „Heart grown cold“, sonst müssen Jim Murrisons Gitarre, Agnews Bass sowie Agnews Sohn Lee an den Kesseln den Saal allein beschallen. Gut in die Setlist fügten sich die drei Songs vom gerade erst erschienenen neuen Album „Tattooed on my brain“ ein, neben dem Titeltrack waren das „Change“ und „Never dance with the devil“. Das mächtig rockende neue Album ist auch der Beweis, dass NAZARETH  ohne McCafferty doch noch mehr sind, als die eigene Coverband. Dass sich die Zeiten geändert haben, zeigte sich auch am mit gealterten Publikum: kein Gedränge vor der Bühne in dem dennoch gut gefüllten, 1000 Leute fassenden Saal, statt Feuerzeugen leuchteten bei „Dream on“ Handy-Displays, und statt dem Pappbecker mit Bier wurde schon mal das Rotweinglas auf den gelungenen Abend erhoben. Leider war nach gut anderthalb Stunden schon Schluss. – Onkel Hotte