CD & DVD-REVIEWS:

AMON AMARTH - The Pursuit Of Vikings

Die schwedischen Metal-Wikinger AMON AMARTH liefern dieser Tage eine Live-Vollbedienung der Extraklasse, wie man HIER nachlesen kann.

SLASH - Living The Dream

Mit „Living The Dream” hat Slash sein viertes Soloalbum und das dritte mit seinen Sänger Myles Kennedy am Start. Was davon zu halten ist steht HIER.

Alice Cooper - At The Olympia

Im vergangenen Jahr hat Schock-Rocker-Opa Alice Cooper mit dem Studioalbum „Paranormal" ja noch unter Beweis gestellt, dass er noch nicht reif für die Rente ist. Jetzt überzeugt er noch mit einem Doppel-Live-Dokument vom Tour-Finale.

ALCATRAZZ - Live In Japan 1984

Anfang 1984 tourte ex-RAINBOW und MSG-Röhre Graham Bonnet mit seiner Truppe ALCATRAZZ durch Japan. Im Schlepptau  Yngwie J. Malmsteen. Die Show aus dem Nakano Sun Plaza wird nun erweitert und überarbeitet wiederveröffentlicht. Lohnende Anschaffung, findet unser Rezensent.

URIAH HEEP - Living The Dream

Andere Rock-Dinos nehmen die Rockerrente in den Blick, URIAH HEEP legen mit „Living The Dream“ Studioalbum Nr. 25 (!) vor - und klingen dabei so gar nicht nach Rentnerband.

BILDERSTRECKE:

ROSE TATTOO in der Zeche

Die Tatts sind wieder da – und wie: Nachdem das erste Konzert der australischen Straßenrocker in der Zeche in Bochum im Juni in Windeseile ausverkauft war, legten ROSE TATTOO um die charismatische Frontglatze Angry Anderson jetzt noch einmal nach. Und wieder war die Hütte rappelvoll. Was gäbe es für eine bessere Kulisse als die alte Schlosserei vom Pütt an der Prinzregentstraße, um die australischen Rock’n’Roll-Arbeiter gebührend abzufeiern?

Los ging’s aber erstmal mit den V8Wankers, die musikalisch so ziemlich in die selbe Kerbe schlagen. Eine halbe Stunde früher als geplant stand Frontmann Lutz Vegas auf der Bühne vor dem noch halb leeren Saal, der sich dann aber rasch füllte. Wer zu spät kam, hat echt was verpasst, denn die „Wichser“ machten ordentlich Alarm. Viel zu schnell ging der Set mit der Hymne „Fist of Rock’n’Roll“ zu Ende, die die Offenbacher Band einst mit Angry Anderson als Gast eingespielt hat.

Nach kurzer Umbaupause stand die australische Rock-Legende dann höchstpersönlich vor der Meute und schoss ein Feuerwerk aus Klassikern wie „Rock’n‘Roll Outlaw“, „Scarred for Life“, „Branded“, „We can’t be beaten“ sowie „neueren“ Titeln wie „Black Eyed Bruiser“ vom bislang letzten Album „Blood Brother“, das auch schon wieder elf Jahre auf dem Buckel hat und jüngst mit sechs Live-Titeln als Bonus wiederveröffentlich hat, ab. Gerührt nahm Angry Anderson die ROSE TATTOO-Sprechchöre ab, und manchem im Saal stand schon ein wenig Pipi in den Augen, als der Frontmann der vom Schicksal schon ein wenig gebeutelten Gang an einige ehemalige Mitstreiter wie den Slide-Gitarristen Pete Wells erinnert, den der Sensenmann längst geholt hat. Ansonsten war es aber der Schweiß, der feucht auf den Gesichtern der feiernden Menge glänzte. Auch im neuen Line-up mit Dai Pritchard an der Slide-Gitarre, dem ehemaligen AC/DC-Tieftöner Mark Evans am Bass, Ex-ANGELS-Gitarrero Bob Spencer an der Rhythmus-Gitarre und dem fulminanten Drum-Neuzugang Jackie James Barnes lieferten die Tatts eine überzeugende Show ab. Eine gedehnte Version von „The Butcher and fast Eddie“ gab den Musikern reichlich Gelegenheit, ihr Können zu beweisen.

Auch die nächste Generation von Rockern konnte Angry, der immerhin auch schon 71 Lenze auf dem Buckel hat, für sich einnehmen. Als er einen Nachwuchs-Headbanger mit etwas zu groß geratener Kutte und dicken Mickey-Mäusen auf den Ohren im Publikum erspähte, zog er den Kurzen auf die Bühne – sehr zur Freude von dessen Vater. Nach fast zwei Stunden war die Flasche Stone’s Ginger Wine, die Angry immer wieder schwenkte, leer – und die Rockfans restlos glücklich. Bleibt zu hoffen, dass es nicht die letzte Gastspielreise der Australier in unseren Breiten war. – ONKEL HOTTE