CD & DVD-REVIEWS:

GOV'T MULE - Bring On The Music

 

Gov’t Mule sind vor allem eine Live-Band. Und so ist es durchaus logisch, dass sie

das 25. Bandjubiläum mit einem neuen Live-Dokument feiern. Und das sehr gekonnt, wie man HIER lesen kann.

D-A-D – A Prayer For The Loud

Satte acht Jahre lang haben uns D-A-D auf eine neue Studioscheibe warten lassen. Ob sich das Warten gelohnt hat, steht HIER.

WHITESNAKE - Flesh & Blood

David Coverdale ist bekanntlich auch schon 67 Lenze alt und marschiert inzwischen auf künstlichen Knien auf die Bühnen dieser Welt. Dennoch überrascht der alte Herr unseren Rezensenten auf „Flesh & Blood” ausgesprochen positiv.

KISS - KISSWORLD

Die Gruselrock-Veteranen und Marketing-Cracks setzen dieser Tage zur letzten Runde an. Auf ihrer „End of The Road“-Tour und mit der neuen (neuigkeitsfreien) Kompilation „KISSWORLD“, wie man HIER lesen kann.

Yngwie Malmsteen – Blue Lightning

Mit seinem neuen Album „Blue Lightning“ widmet sich Yngwie Malmsteen diesmal dem Blues. Oder zumindest das, was er dafür hält – und scheitert dabei grandios, findet zumindest unser Rezensent.

Robin Trower - Coming Closer To The Day

Die britische Blues(Rock) Legende Robin Trower liefert mit „Coming Closer To The Day“ auch mit 74 Lenzen noch immer kreativ ab, findet unser Rezensent.

BILDERSTRECKE:

ROSE TATTOO in der Zeche

Die Tatts sind wieder da – und wie: Nachdem das erste Konzert der australischen Straßenrocker in der Zeche in Bochum im Juni in Windeseile ausverkauft war, legten ROSE TATTOO um die charismatische Frontglatze Angry Anderson jetzt noch einmal nach. Und wieder war die Hütte rappelvoll. Was gäbe es für eine bessere Kulisse als die alte Schlosserei vom Pütt an der Prinzregentstraße, um die australischen Rock’n’Roll-Arbeiter gebührend abzufeiern?

Los ging’s aber erstmal mit den V8Wankers, die musikalisch so ziemlich in die selbe Kerbe schlagen. Eine halbe Stunde früher als geplant stand Frontmann Lutz Vegas auf der Bühne vor dem noch halb leeren Saal, der sich dann aber rasch füllte. Wer zu spät kam, hat echt was verpasst, denn die „Wichser“ machten ordentlich Alarm. Viel zu schnell ging der Set mit der Hymne „Fist of Rock’n’Roll“ zu Ende, die die Offenbacher Band einst mit Angry Anderson als Gast eingespielt hat.

Nach kurzer Umbaupause stand die australische Rock-Legende dann höchstpersönlich vor der Meute und schoss ein Feuerwerk aus Klassikern wie „Rock’n‘Roll Outlaw“, „Scarred for Life“, „Branded“, „We can’t be beaten“ sowie „neueren“ Titeln wie „Black Eyed Bruiser“ vom bislang letzten Album „Blood Brother“, das auch schon wieder elf Jahre auf dem Buckel hat und jüngst mit sechs Live-Titeln als Bonus wiederveröffentlich hat, ab. Gerührt nahm Angry Anderson die ROSE TATTOO-Sprechchöre ab, und manchem im Saal stand schon ein wenig Pipi in den Augen, als der Frontmann der vom Schicksal schon ein wenig gebeutelten Gang an einige ehemalige Mitstreiter wie den Slide-Gitarristen Pete Wells erinnert, den der Sensenmann längst geholt hat. Ansonsten war es aber der Schweiß, der feucht auf den Gesichtern der feiernden Menge glänzte. Auch im neuen Line-up mit Dai Pritchard an der Slide-Gitarre, dem ehemaligen AC/DC-Tieftöner Mark Evans am Bass, Ex-ANGELS-Gitarrero Bob Spencer an der Rhythmus-Gitarre und dem fulminanten Drum-Neuzugang Jackie James Barnes lieferten die Tatts eine überzeugende Show ab. Eine gedehnte Version von „The Butcher and fast Eddie“ gab den Musikern reichlich Gelegenheit, ihr Können zu beweisen.

Auch die nächste Generation von Rockern konnte Angry, der immerhin auch schon 71 Lenze auf dem Buckel hat, für sich einnehmen. Als er einen Nachwuchs-Headbanger mit etwas zu groß geratener Kutte und dicken Mickey-Mäusen auf den Ohren im Publikum erspähte, zog er den Kurzen auf die Bühne – sehr zur Freude von dessen Vater. Nach fast zwei Stunden war die Flasche Stone’s Ginger Wine, die Angry immer wieder schwenkte, leer – und die Rockfans restlos glücklich. Bleibt zu hoffen, dass es nicht die letzte Gastspielreise der Australier in unseren Breiten war. – ONKEL HOTTE